Ö: Krebs-Screening fehlt

Deutschland als Vorreiter

(12.03.2026) Rund 5.000 Menschen erkranken in Österreich jedes Jahr an Lungenkrebs. Oft wird die Krankheit erst entdeckt, wenn eine Heilung kaum noch möglich ist. Experten fordern deshalb seit Jahren ein nationales Früherkennungsprogramm. Während in Österreich noch diskutiert wird, startet Deutschland nun mit einem groß angelegten Screening für Millionen Risikopatienten. Die Hoffnung: mehr Diagnosen im frühen Stadium und deutlich bessere Überlebenschancen.

Ö: „Fünf-Jahres-Überlebensrate nur 20 Prozent“

Die Prognosen sind weiterhin ernüchternd. „Wir haben 5.000 Lungenkrebs-Neuerkrankungen pro Jahr. Lungenkarzinome sind die zweithäufigste Krebserkrankung bei den Frauen nach Brustkrebs und die zweithäufigste Krebserkrankung bei den Männern nach Prostatakrebs. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt nur 20 Prozent“, erklärte Judith Löffler-Ragg, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP).

Späte Diagnosen

Eines der größten Probleme ist, dass die Erkrankung häufig erst spät entdeckt wird. In Österreich erfolgt die Diagnose laut Experten in rund drei Viertel der Fälle erst in einem fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Stadium. Das Ziel von Niedrigdosis-CT-Screeningprogrammen wäre es hingegen, Tumoren deutlich früher zu erkennen, idealerweise in den Stadien I oder II, in denen die Heilungschancen deutlich höher liegen.

Österreich schläft, Experten drängen

Mediziner verweisen auf internationale Erfahrungen. „Mittlerweile konnte mit solchen Programmen bei den Betroffenen die Gesamtmortalität (Sterblichkeit aus allen Ursachen; Anm.) bereits um 48 Prozent und die Lungenkrebs-Sterblichkeit um 45 Prozent gesenkt werden“, sagte der Wiener Pneumologe Arschang Valipour von der Klinik Floridsdorf.

Wird Lungenkrebs im Stadium I diagnostiziert, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei etwa 80 Prozent, fand man bei einem Programm in Großbritannien heraus. Trotz dieser Datenlage gibt es bislang keine konkrete Umsetzung eines nationalen Screenings. In Österreich könnten ungefähr 600.000 Menschen von so einem Programm profitieren.

Deutschland mit Früherkennungsprogramm

Während Österreich noch diskutiert und sich weiterhin in der Warteposition befindet, setzt Deutschland nun einen konkreten Schritt: Ab 1. April haben dort langjährige Raucher Anspruch auf eine kostenlose, jährliche Untersuchung mittels Niedrigdosis-Computertomografie (CT).

Das Angebot richtet sich an Personen zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht haben und entweder noch rauchen oder erst in den vergangenen zehn Jahren damit aufgehört haben. Voraussetzung ist eine sogenannte Rauchbelastung von mindestens 15 „Pack-Years“, also etwa 15 Jahre lang täglich eine Packung Zigaretten oder eine vergleichbare Menge. Nach ärztlicher Abklärung können gesetzlich Versicherte eine Überweisung zur Früherkennungsuntersuchung erhalten.

Niedrigdosis-Computertomografie

Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten und kommt ohne Kontrastmittel aus, während die Strahlenbelastung vergleichsweise gering bleibt. Schätzungen zufolge könnten drei bis fünf Millionen Menschen in Deutschland für dieses Screening infrage kommen. Die medizinische Bedeutung der frühen Diagnose betonen Fachleute seit Jahren. „Beim Lungenkrebs entscheidet der Zeitpunkt der Diagnose maßgeblich über die Prognose“, erklärte Tim Hirche, Direktor der Klinik für Pneumologie der Helios-Kliniken in Wiesbaden.

Er sieht in dem neuen Programm einen wichtigen Schritt: „Es eröffnet die realistische Chance, die Chancen bei einer der tödlichsten Krebserkrankungen durch systematische Früherkennung substanziell zu verbessern – und langfristig auch Kosten zu vermeiden, die durch späte Krankheitsstadien entstehen.“ Unverändert gilt allerdings: Die wirksamste Prävention bleibt der Rauchstopp.

(apa/mk)

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