27 Tote bei Ausgabestelle

israelische schüsse in Rafah

(03.06.2025) Im Gazastreifen melden die örtlichen Behörden mindestens 27 Tote nahe eines Verteilungszentrums für humanitäre Hilfe in der palästinensischen Stadt Rafah. Rund 90 weitere Menschen sind verletzt worden. Einem palästinensischen Augenzeugen zufolge fallen die Schüsse gegen vier Uhr morgens in etwa einem Kilometer Abstand zu der Verteilstelle. Ursprünglich soll dort die Ausgabe von Hilfsgütern stattfinden. Die Schüsse werden von Israels Armee bestätigt. Es sei "in die Nähe einiger einzelner Verdächtiger" geschossen worden. Diese Verdächtigen hätten die geplante Route verlassen, sich den israelischen Truppen genähert und jegliche Warnschüsse ignoriert.

Zwei weitere Augenzeugen berichten wiederum, die israelischen Truppen hätten das Feuer wahllos eröffnet.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wäre ein solcher Vorfall ein Kriegsverbrechen. Auch das UNO-Büro für Menschenrechte macht darauf Aufmerksam, dass eine absichtliche Hinderung der Bevölkerung des Gazastreifens, an Nahrungsmittel zu gelangen, skrupellos sei. Der Leiter des Büros Volker Türk fordert umgehend eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle. "Angriffe gegen Zivilisten stellen einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und ein Kriegsverbrechen dar", erklärte Türk.

(LaS)

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