7 Jahre Haft für „Feuerteufel“

Zündelte viele Jahre in Wien

(21.08.2025) Der Angeklagte ist vom Wiener Landesgericht rechtskräftig zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Vor über zwei Monaten, in der Nacht auf den 14. Juni 2025, hatte er in seiner Wohnung am Lerchenfelder Gürtel in Wien an mehreren Stellen Feuer gelegt. Danach hat der 46-Jährige das Haus verlassen und die Löscharbeiten der Flammen von einer entfernten Parkbank betrachtet. Dass es zu keinen Verletzten und „nur“ überschaubaren Schaden kam, war der Nachbarin zu verdanken, die das Feuer bemerkte und schnell die Feuerwehr verständigte.

Das ist aber nicht das erste Urteil für den „Feuerteufel“. Ein Blick in sein Strafregister zeigt: Schon seit 17 Jahren fällt er immer wieder als Brandstifter auf und wurde deswegen schon drei Mal verurteilt. Bis 2022 war er sogar im sogenannten Maßnahmenvollzug – Grund dafür war die Behandlung seiner schweren psychischen Störung.

Täter war betrunken

"Nüchtern fällt mir so was nicht ein", versicherte nun der Angeklagte vor Gericht. Er sei nach einer durchzechten Nacht nach Hause gekommen, habe sich vor den Computer gesetzt und eine Zigarette geraucht: "Dann hab' ich nur mehr 'Zünd! Zünd! Zünd!' gedacht. Ich komm' da nimmer weg, das ist katastrophal." Er habe sein Bett, einen Kasten und den Vorhang angezündet: "Irgendwie ist der Film so gelaufen, dass ich mir selber zuschaue, wie ich meine Wohnung anzünd'. An die Nachbarin hab' ich nicht gedacht, was mir echt leidtut." Auch auf die Frage, warum er das denn tut, hatte er eine Antwort: "Auch wenn's mir keiner glaubt, ich denke nicht, dass ich ein Pyromane bin. Sobald es brennt, krieg' ich Schiss. Dann muss ich raus." Im Tatzeitpunkt hatte er 1,55 Promille Alkohol im Blut.

Das Gericht verfügte - wenig überraschend aufgrund seiner psychischen Borderline-Störung - zusätzlich zur siebenjährigen Haft die Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum.

(bg/apa)

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