90 % für Mindestalter?

Social-Media in Österreich

(19.02.2026) Eine deutliche Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher spricht sich für ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von Social-Media-Plattformen aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent unter 1000 Befragten. Demnach befürworten rund 90 Prozent eine Altersgrenze, im Schnitt wird ein Mindestalter von 15 Jahren als angemessen angesehen.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Diskussion über strengere Regeln für Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat in der Bevölkerung breite Unterstützung findet.

Acht von zehn sehen Social Media als Gefahr

Laut Studie halten rund acht von zehn Befragten soziale Medien für gefährlich für Kinder und Jugendliche. Die größten Sorgen betreffen dabei:

  • sexuelle Belästigung und sexualisierte Inhalte
  • Cybermobbing
  • übermäßige Nutzung bis hin zu Sucht
  • Gewalt, Extremismus und Desinformation
  • mentaler Druck und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

„Die breite Mehrheit sieht in Social Media ein reales Risiko für junge Menschen – von Cybermobbing über sexualisierte Inhalte bis hin zu Suchtproblematiken“, erklärte Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.

Dass sich neun von zehn Befragten für ein gesetzliches Mindestalter aussprechen, sei ein „deutliches Signal an Politik und Plattformbetreiber“.

Positive Aspekte werden gesehen – aber schwächer gewichtet

Trotz der klaren Sorgen erkennen viele Österreicher auch Vorteile von Social Media. Als positive Aspekte werden vor allem genannt:

  • leichter Zugang zu Wissen und Bildung
  • soziale Vernetzung und Kommunikation
  • Austausch über gemeinsame Interessen
  • digitale Kompetenzen und technisches Verständnis

Allerdings werden diese Vorteile im Vergleich zu den Risiken deutlich schwächer bewertet.

Wer soll Altersgrenzen durchsetzen?

Bei der Frage nach der Verantwortung für die Einhaltung von Altersgrenzen zeigt sich ein differenziertes Bild:

  • Ein Großteil sieht die Eltern in der Pflicht
  • Ein knappes Drittel nennt die Plattformbetreiber
  • Ein geringerer Anteil sieht den Staat verantwortlich

Gleichzeitig glaubt eine Mehrheit, dass Social-Media-Plattformen das Alter ihrer Nutzerinnen und Nutzer derzeit nicht verlässlich überprüfen können. Das Vertrauen in technische Alterskontrollen ist somit begrenzt. Auch in Deutschland wird derzeit zu diesem Thema heftig debattiert.

Die Ergebnisse der österreichischen Marketagent-Studie fallen in eine Phase intensiver politischer Diskussionen über ein mögliches Alterslimit. Immer wieder werden gesetzliche Maßnahmen oder strengere Kontrollen gefordert, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Die Umfrage zeigt nun, dass ein Großteil der Bevölkerung solche Schritte grundsätzlich unterstützen würde. Ob und wann konkrete gesetzliche Regelungen folgen, bleibt jedoch offen.

Fazit: Breite Zustimmung – aber offene Fragen bei Umsetzung

Die aktuelle Studie belegt eine klare gesellschaftliche Tendenz: Viele Österreicher wünschen sich mehr Schutz für junge Menschen im digitalen Raum. Ein gesetzliches Mindestalter für Social Media stößt auf breite Zustimmung. Wie eine solche Regelung technisch umgesetzt und kontrolliert werden könnte – und welche Rolle Eltern, Plattformen und Politik dabei spielen – wird jedoch weiterhin intensiv diskutiert.

(fd)

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