Affenpocken breiten sich aus

Erster Fall in Tirol

(23.06.2022) (update 18:40) In Tirol gibt es einen ersten, konkreten Affenpocken-Verdachtsfall. Die Infektion wurde mit einer Pocken-PCR-Testprobe festgestellt, teilte das Land heute in einer Aussendung mit. Die Probe werde nun zur Bestätigung des Befundes durch eine Spezialuntersuchung an die Virologie in Wien übermittelt, hieß es. Werde dort eine Affenpocken-Infektion festgestellt, gelte der Fall als bestätigt. Mit einem Ergebnis sei in den kommenden Tagen zu rechnen.

Bereits 5.000 Affenpocken-Infektionen

Weltweit sind in diesem Jahr inzwischen fast 5.000 Affenpocken-Infektionen bei Menschen gemeldet worden. In mehr als 40 Ländern außerhalb Afrikas, in denen Affenpocken bis Mai praktisch unbekannt waren, waren es 3.308 Fälle, wie aus Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC Stand Mittwoch kurz vor Mitternacht MESZ hervorgeht. Am Donnerstag nahm unterdessen in Genf der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einberufene Notfallausschuss zu Affenpocken seine Beratungen auf.

Die im Notfallausschuss vertretenen Fachleute sollen beurteilen, ob es sich um eine "Notlage von internationaler Tragweite" handelt, was der höchsten Alarmstufe, die die WHO verhängen kann, entspricht. Es wurde in Genf nicht damit gerechnet, dass der Ausschuss aus rund einem Dutzend Fachleuten aus aller Welt schon am Donnerstag eine Empfehlung veröffentlicht. "Der Ausschuss dürfte in den kommenden Tagen eine Mitteilung herausgeben", teilte die WHO mit. Die WHO folgt in der Regel der Empfehlung der Fachleute. Praktische Folgen hätte das nicht, aber es soll alle Länder wachrütteln, nach Fällen Ausschau zu halten und eigene Vorkehrungen zu treffen, um eine Ausbreitung einzudämmen.

Nach einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es in acht afrikanischen Ländern, von denen viele solche Ausbrüche seit Jahren kennen, rund 1.600 Verdachts- oder bestätigte Fälle. Die meisten Fälle außerhalb Afrikas wurden in 29 Ländern in der WHO-Europaregion gemeldet: insgesamt 2.746, wie die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation WHO in einer gemeinsamen Analyse berichteten. Wie aus den Daten hervorgeht, handelt es sich bei fast allen bestätigten Fällen um Männer. Rund 44 Prozent der Erkrankten waren zwischen 31 und 40 Jahren alt. Sterbefälle seien bisher noch nicht gemeldet worden.

(fd/apa)