GNTM-Sensation!

Sieg für Transgender-Model

(28.05.2021) Der Ablauf ist eigentlich seit über eineinhalb Jahrzehnten klar: Heidi Klum schrillt "...und "Germany's Next Topmodel" ist...". Dann setzt sie eine Kunstpause und schreit schließlich einen Namen. Dessen Trägerin bricht sogleich in Freudentränen aus. Nicht so 2021. Transgender-Model Alex weint nicht. Die Siegerin der Castingshow beweist einmal mehr Coolness, Klasse und Contenance und sagt im ersten Interview nach der Siegerehrung: "Ich geh' jetzt erstmal 'n Schnitzel essen."

Die 23 Jahre alte, 1,84 Meter große Studentin aus Köln setzte sich am Donnerstagabend im Finale der Show in Berlin durch gegen das Große-Größen-Model Dascha, die erklärte Favoritin Soulin und die rotgefärbte Romina. Ein verdienter Sieg - nicht nur, weil sie im Finale selbst (fragwürdige Kostüme hin oder her) die mit Abstand überzeugendste Leistung ablieferte, sondern auch, weil sie in der gesamten Staffel trockenen Humor bewiesen und weise Worte gesagt hatte. "Alex, the Queen", feiern Fans die Gewinnerin auf Twitter. "Wie kann man nur so schön sein?"

Auch wenn die 20 Jahre alte Abiturientin Soulin als Favoritin in das Finale gegangen war - nach der Show, die zum zweiten Mal nach 2020 unter Corona-Bedingungen und ohne Publikum stattfinden musste, wäre eine andere Siegerin kaum denkbar gewesen. Das liegt nicht nur an Alex' tadellosem Auftritt, sondern auch an einem neuen Anstrich, den die Castingshow sich gegeben hat. "Diversity", also Vielfalt, war das Motto der "GNTM"-Staffel Nummer 16.

Auch wenn die 20 Jahre alte Abiturientin Soulin als Favoritin in das Finale gegangen war - nach der Show, die zum zweiten Mal nach 2020 unter Corona-Bedingungen und ohne Publikum stattfinden musste, wäre eine andere Siegerin kaum denkbar gewesen. Das liegt nicht nur an Alex' tadellosem Auftritt, sondern auch an einem neuen Anstrich, den die Castingshow sich gegeben hat. "Diversity", also Vielfalt, war das Motto der "GNTM"-Staffel Nummer 16.

Darum hatten es in diesem Jahr Frauen ins Finale geschafft, die die Endrunde früher - als Models sich bei Heidi Klum noch dafür rechtfertigen mussten, Pommes gegessen zu haben (mit Majo!) - wohl eher nicht erreicht hätten: ein kurvigeres Model, eine junge Frau, die mit unter 1,70 Metern eigentlich zu klein ist für das Geschäft, eine Abiturientin, die erst vor fünf Jahren als Geflüchtete aus Syrien nach Deutschland gekommen war - und Transgender-Model Alex.

Bei ihr stand ursprünglich mal "männlich" in der Geburtsurkunde, darum wollte sie aber nie viel Aufhebens machen: "Ich hab' am Anfang immer gedacht, meine Geschichte ist immer schon auserzählt, wenn man meine Stimme hört", sagte sie. Und: "Ich bin eine transsexuelle Frau, ja. Aber in erster Linie bin ich eine Frau."

(mt/apa)

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