Amok: Rohrbombe gefunden

In Wohnung des Täters

(11.06.2025) Nach dem Amoklauf eines 21-Jährigen in seiner ehemaligen Schule in Graz ist bei einer Hausdurchsuchung eine nicht funktionstüchtige Rohrbombe gefunden worden. Die Landespolizeidirektion bestätigte entsprechende Medienberichte auf APA-Nachfrage Mittwochfrüh. Die Bombe wurde in der Wohnung des mutmaßlichen Täters gefunden, der noch am Dienstag Suizid begangen hat. Indessen erhielt die steirische Polizei bereits weitere Drohungen von Trittbrettfahrern.

Neben der Rohrbombe wurde auch ein Abschiedsvideo, das der mutmaßliche Täter an seine Mutter geschickt hatte, entdeckt, bestätigte die Polizei am Mittwoch. Außerdem wurde auch ein analoger Abschiedsbrief gefunden. Die verwendete Schrotflinte sowie die Pistole hatte der 21-Jährige legal besessen. "Er hätte sie jedoch unter keinen Umständen führen dürfen", sagte Polizeisprecher Sabri Yorgun zur APA. Medienberichte darüber, dass der Mann in der Vergangenheit gemobbt worden sein soll, wollte die Landespolizeidirektion auch am Mittwoch weiter nicht bestätigen. Auch genauere Hintergründe zur Schulkarriere des 21-Jährigen blieben auf Nachfrage vorerst unklar.

Trittbrettfahrer nahmen Amoklauf zum Anlass für Drohungen

Wie der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, am Mittwoch in der Früh im Interview mit dem Ö1-Morgenjournal sagte, hätten in der Zwischenzeit mehrere Nachahmungstäter den Fall für weitere Drohungen zum Anlass genommen. "Mehrere Nachahmungstäter", wie Ruf erklärte, seien festgestellt worden. Die Landespolizeidirektion Steiermark wollte auf APA-Anfrage nicht von "Nachahmungstätern" sprechen, schließlich habe es keinen weiteren Amoklauf gegeben, "aber es gibt Verdächtige, die sich nun darauf stürzen, dass ein Amoklauf stattgefunden hat", so Yorgun gegenüber der APA.

Konkret sei am Dienstag unter anderem eine (wie bereits in den vergangenen Wochen unvollendete) Bombendrohung gegen den Grazer Hauptbahnhof eingegangen sowie am Mittwoch auch ein Drohschreiben gegen eine weitere Grazer Schule. "Natürlich haben wir Vorsichtsmaßnahmen getroffen", sagte Yorgun, ohne weiter ins Detail zu gehen. Die entsprechenden Ermittlungen gegen solche Trittbrettfahrer würden selbstverständlich parallel geführt.

(apa/mc)

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