Angst vor Corona erwünscht?

Wirbel um Regierungsprotokoll

(27.04.2020) Hat uns die Politik bewusst Angst vor dem Corona-Virus gemacht? Das Protokoll einer Regierungssitzung von Mitte März sorgt für Wirbel. Demnach hätte Bundeskanzler Sebastian Kurz damals geäußert, dass er noch keine wirkliche Sorge der Bevölkerung verspüre. Laut Protokoll hätte Kurz dann verdeutlicht, dass die Menschen Angst vor einer Ansteckung haben sollen bzw. Angst davor, dass Eltern oder Großeltern sterben. Das Kanzleramt relativiert die Aussagen, Kurz habe lediglich Verständnis für die Angst um Familienmitglieder gezeigt.

Der Grat zwischen Bewusstseinsschaffung und Panikmache sei in der Tat sehr schmal, sagt Politikberater Thomas Hofer:
“Die Frage ist, ob hier Grenzen überschritten worden sind. Wenn man es hier extrem zuspitzt und mit dieser Angst sogar andere Ängste auslöst, dann ist das natürlich zu viel. Auf der anderen Seite ist es in so einer Situation natürlich notwendig, dass man mit klaren Worten verdeutlicht, worum es geht. Sonst würden sich die Bürgerinnen und Bürger ja nicht an die Maßnahmen halten.“

(mc)

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