Angst vor Einkommensverlusten

Hälfte der Bevölkerung

(20.01.2023)

Die hohe Inflation lässt die Österreicher Einkommensverluste befürchten. Das zeigt eine Erhebung der Statistik Austria zu sozialen Krisenfolgen. Zwar hat sich die Einschätzung der finanziellen Situation zuletzt eher verbessert - für die Zukunft erwarten die Befragten aber eine Verschlechterung ihrer Lage. Das hat auch Auswirkungen auf den Konsum: Mehr als die Hälfte gab an, im nächsten Jahr weniger für größere Anschaffungen wie Reisen, Autos oder Möbel ausgeben zu wollen.

Für die von Eurostat und Sozialministerium finanzierte Erhebung "So geht's uns heute" wurden seit dem vierten Quartal 2021 in vier Wellen Befragungen der gleichen Personen durchgeführt. Für die bisher letzte im dritten Quartal 2022 wurden Antworten von rund 3.100 Personen zwischen 16 und 69 Jahren ausgewertet. Im Mittelpunkt standen dabei persönlich erlebte Einkommensverluste, die subjektive Bewältigung der Lebenskosten sowie Wohlbefinden und Zufriedenheit. Einkommensverlust heißt dabei nicht unbedingt eine tatsächliche nominelle Einkommensreduktion, sondern kann auch ein wahrgenommener Kaufkraftverlust aufgrund der Teuerung sein.

Dabei zeigte sich, dass die Einschätzung der finanziellen Lage in den vergangenen zwölf Monaten vor dem jeweiligen Befragungszeitraum zwar überwiegend negativ war, sich tendenziell im Verlauf der Zeit aber eher verbesserte: So gaben etwa im vierten Quartal 2021 knapp 16 Prozent an, dass sich ihre finanzielle Situation im vergangenen Jahr eher verbessert hat. Dieser Prozentsatz stieg kontinuierlich auf etwas mehr als 21 Prozent im dritten Quartal 2022. Von einer Verschlechterung im letzten Jahr berichteten Ende 2021 noch 34 Prozent. Dieser Anteil wuchs bis ins zweite Quartal 2022 auf 37 Prozent und sank im dritten Quartal geringfügig auf 36 Prozent. Der Anteil jener, deren finanzielle Lage sich nicht veränderte, fiel von 50 Prozent (viertes Quartal 2021) auf 43 Prozent (drittes Quartal 2022).

Erwartete EInkommensentwicklung

"Auch wenn viele Maßnahmen der Regierung jetzt mit Jahresbeginn wirksam werden, bleiben die Teuerungen auch in diesem Jahr eine große Herausforderung", meinte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) in einer Aussendung. Für viele Geringverdiener habe die Regierung die Auswirkungen der Inflation weitgehend ausgleichen können. "Das zeigt sich auch in dieser Befragung. Dennoch machen sich viele Menschen weiterhin große Sorgen." Rauch ist aber überzeugt, dass "die deutliche Erhöhung kleiner Pensionen, von Sozialhilfe und Mindestsicherung und die Valorisierung aller Sozialleistungen zum Jahresbeginn eindeutig Wirkung zeigen werden".

(FJ/APA)

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