BGM Michael Ludwig

„Nichts zu verbergen“

(30.08.2022) Die Angst vor kalten Wohnungen im Winter ist unbegründet. Michael Ludwig sagt: "Die Versorgungssicherheit der Wiener Bevölkerung ist das Allerwichtigste und die ist gewährleistet", sagt der Wiener Bürgermeister. Am 9. September soll es einen Sondergipfel zur Energiekrise geben werde. In Österreich gibt es, nämlich anders als in anderen europäischen Staaten, noch keinen Schutzschirm für Energieunternehmen. Die Stadt Wien hat bereits im Juli 700 Mio. freigegeben, gestern hat die Wien-Energie ein weiteres Darlehen von nochmal 700 Mio. Euro bewilligt bekommen.

Viel Kritik

Der Rechnungshof hat am Dienstag eine Prüfung der in finanzielle Schieflage geschlitterten Wien Energie angekündigt. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger begrüßte diesen Schritt. Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) erwartet angesichts der Turbulenzen der Wien Energie eine "Krise epischen Ausmaßes". ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner ortete ein fatales Management-Versagen, für das die Wiener SPÖ die alleinige Verantwortung trage.

Meinl-Reisinger begrüßte diese Prüfung durch den RH und meinte, dass die NEOS eine solche bei der nächsten Sitzung beantragt hätten. "Die offenbar höchst spekulativen Geschäftsvorgänge der Wienenergie sind tatsächlich untragbar. Die Krisenkommunikation der letzten Tage und die Intransparenz im Umgang mit der Causa vonseiten der SPÖ sind ebenfalls inakzeptabel", stellt die NEOS-Chefin auf Twitter fest. "Es muss schonungslos aufgeklärt werden und es müssen entsprechend dann politische Konsequenzen gezogen werden." Als wesentlich bezeichnete Meinl-Reisinger nun die Versorgungssicherheit der Wiener, die sichergestellt sein müsse. Weiters müsse sichergestellt werden, dass nicht Kunden und Steuerzahler für die Misswirtschaft der Wienenergie aufkommen müssen.

Epische Krise

Vor einer "epischen Krise" warnte unterdessen Hofer: "Es ist nicht auszuschließen, dass viele Menschen in den kommenden Monaten nicht nur frieren, sondern auch Probleme haben werden, sich mit den notwendigsten Nahrungsmitteln einzudecken. Dabei wird es nicht nur um horrende Preise gehen, sondern um die Frage, ob Energie und Nahrungsmittel überhaupt ausreichend zur Verfügung stehen werden und welche Schritte jetzt endlich gesetzt werden, um das Schlimmste abzuwenden", sagte Hofer in einer Aussendung. Er bekräftigte deshalb die Forderung nach einer Sondersitzung des Nationalrates, für die allerdings ein Drittel der Abgeordneten notwendig wäre, die die FPÖ alleine nicht hat. Hofer fände es deshalb "mehr als seltsam", wenn eine solche Sondersitzung blockiert würde. Für ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner muss hinterfragt werden, "wie die dafür vorgesehenen Kontrollmechanismen derartig versagen konnten und warum die Stadt Wien nicht bereits früher an die Bundesregierung mit der Bitte um Hilfe herangetreten ist".

(fd/apa)

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