Bitcoin geht runter
Gold weiter im Höhenflug
(22.09.2025) Am Sonntag hat der Bitcoin noch bei über 115.500 Dollar gelegen, er ist am Montag deutlich gefallen und hat den tiefsten Stand seit fast zwei Wochen erreicht. Zeitweise wurde die älteste und bekannteste Kryptowährung bei 112.400 US-Dollar (95.774 Euro) gehandelt. Dies ist der tiefste Stand seit dem 10. September. Eine allgemein geringere Risikofreude habe auch den Bitcoin belastet, heißt es von Marktbeobachtern. Kursverluste an den europäischen Aktienmärkten hätten für eine trübere Stimmung gesorgt, was auch die Nachfragen nach Kryptowährungen bremste. "Der Risikoappetit auf Bitcoin scheint kurzfristig gestillt", kommentierte Analyst Timo Emden von Emden-Research das Handelsgeschehen.
In der ersten September-Hälfte hatte die Spekulation auf sinkende Zinsen in den USA dem Bitcoin noch Auftrieb verliehen. Zeitweise war der Kurs in dieser Zeit bis auf 118.000 Dollar gestiegen und damit in die Nähe des Rekordhochs, das zuletzt Mitte August bei über 123.000 Dollar erreicht worden war. Generell hielt sich der Bitcoin aber seit Juli in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. Zuvor hatte unter anderem die Aussicht auf weniger Regulierung durch einen kryptofreundlichen US-Präsidenten Donald Trump dem Bitcoin deutlich stärkeren Auftrieb verliehen. Im April war der Bitcoin noch zeitweise unter 80.000 Dollar gehandelt worden.
Die Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA hat den Goldpreis auf ein Rekordhoch getrieben. Am Montag wurde die Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei 3.719,95 US-Dollar (3.169,69 Euro) gehandelt und war damit so teuer wie noch nie. Im Vergleich zum Freitag hat sich das Edelmetall um etwa 34 Dollar verteuert.
Mittlerweile hat sich der Goldpreis in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt, wobei neben sinkenden Zinsen die zunehmenden Risiken in der Geopolitik wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Anleger immer stärker in den "sicheren Anlagehafen" getrieben haben. Hinzu kommt die aggressive Zollpolitik der US-Regierung, die gemeinsam mit den Angriffen von US-Präsident Donald Trump gegen die Fed die Sorgen um deren Unabhängigkeit verstärkt. In diesem Umfeld hat sich die Nachfrage nach Gold in den vergangenen Wochen weiter verstärkt. Mitte des Monats hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins gesenkt und zwei weitere Zinssenkungen bis zum Jahresende in Aussicht gestellt. Die Erwartung einer stärkeren Zinssenkung in den USA nimmt zu, beschrieb Rohstoffexpertin Soni Kumari von der ANZ-Bank die Marktstimmung. Es sei daher mit einem weiteren Goldpreisanstieg zu rechnen.
(fd/apa)