Chef schreibt am Sonntag: Antworten?

Muss ich Sonntag früh für meinen Chef echt erreichbar sein? Darüber diskutieren gerade die User im Netz. Anlass ist ein Interview in der „New York Times“. Eine amerikanische Unternehmerin verrät da, wie sie potenzielle Mitarbeiter testet. Sie schickt den Bewerbern entweder gegen neun Uhr abends oder elf Uhr morgens an einem Sonntag eine Nachricht, um zu sehen, wie schnell die Bewerber antworten. Damit will die Unternehmerin angeblich den Einsatz der Bewerber testen. Sie selbst denke rund um die Uhr an die Arbeit.

Doch geht das nicht zu weit? So ein Bewerbungsprozess ist ungewöhnlich, das Ganze hat eher eine abschreckende Wirkung, sagt Christoph Weissenböck von karriere.at:

"Es werden sicher kreative Köpfe und gute mögliche Mitarbeiter abgeschreckt, die zum Unternehmen wahrscheinlich viel beitragen könnten. Wenn man im Vorfeld schon weiß, man wird am Wochenende und Tag und Nacht immer angerufen, überlegt man sich genau, ob man so einen Job haben will. Schließlich hat man auch einen Anspruch auf Freizeit."

Muss ich generell 24-Stunden und auch am Wochenende für meinen Chef erreichbar sein?

Christoph Weissenböck von karriere.at:
"In gewissen Jobs, wenn Rufbereitschaft vereinbart ist oder wenn es um Notfälle geht, dann haben sicherlich viele Arbeitnehmer kein Problem damit. Allerdings glaube ich, wenn das immer vorausgesetzt und auch ständig so praktiziert wird, dann stoßen die Mitarbeiter auch schnell an ihre Grenzen. Das wird sich dann über kurz oder lang in einer gewissen Fluktuation im Unternehmen zeigen."

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