Chemikalien im Alltag

Toxikologin warnt

(22.07.2025) Die Toxikologin Johanna Gostner warnt vor Risiken gängiger Stoffe, etwa in Haarpflegeprodukten oder Tattoos. Dabei betont sie auch, wie wichtig es ist, entsprechende Schutzausrüstung richtig zu tragen.

Gostners Forschung an der Med Uni Innsbruck soll helfen, schädliche Stoffe besser zu bewerten und die Bevölkerung davor zu schützen.

Betroffene Berufsfelder

"Berufsbedingtes Asthma ist oft stark ausgeprägt und führt nicht selten zur Berufsunfähigkeit", berichtet Gostner. Überall dort, wo mit feinen Stäuben, flüchtigen Substanzen oder chemischen Zusatzstoffen gearbeitet wird, kommt es oft zu Asthmaerkrankungen. Berufe in der Farb-, Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie zählen zu den betroffenen Feldern. Ein großes Problem stellt hier der zeitverzögerte Einsatz der Symptome dar.

Respiratorische Sensitizer

Gostner leitet unter anderem eine Arbeitsgruppe zu Immunmetabolismus und biochemischer Toxikologie an der Med Uni Innsbruck. Der Fokus dieser Gruppe liegt auf respiratorischen Sensitizern. Das sind Chemikalien, die beim Einatmen Entzündungen auslösen oder die Immunreaktionen so verändern, dass Allergien und Asthma entstehen.

Im Rahmen der EU-Partnerschaft PARC (Partnership for the Assessment of Risks from Chemicals) entwickelt ihr Team neue Methoden, um diese Substanzen besser nachweisen und bewerten zu können.

Risiko bei Alltagsgegenständen

Doch auch Inhaltsstoffe in Reinigungsmitteln oder Haarsprays und Haarfärbemitteln oder bestimmte Tattoo-Farben bergen Risiken. "Viele der Farbstoffe für Tattoos wurden nie ausreichend untersucht, um so tief unter die Haut eingebracht zu werden", warnt Gostner.

Exposom-Forschung

In der von ihr betriebenen Exposom-Forschung wird die Gesamtheit aller Umwelteinflüsse, denen ein Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist, untersucht. Dazu zählen nicht nur chemische Substanzen, sondern auch Faktoren wie Lärm, UV-Strahlung oder psychischer Stress. Das Exposom ist schwer zu erfassen, aber entscheidend für die Krankheitsentstehung.

Während die Medizin sich oft nur mit den Auswirkungen beschäftigt, ist die Aufgabe der Exposom-Forschung den Ursachen auf den Grund zu gehen. Ziel ist es, Erkrankungsrisiken frühzeitig zu erkennen und wirksame Schutzmaßnahmen ableiten zu können. Dafür werden überall auf der Welt moderne Monitoring-Strukturen aufgebaut.

Aufmerksam machen

Gostner findet, dass ein breiter öffentlicher Diskurs dabei helfen könnte, ein "bewussteres und gesünderes Leben" zu fördern und die Bevölkerung auf die "unsichtbaren Gefahren" sensibilisiert würden. Beispielsweise sollen Sprayprodukte nicht tief eingeatmet werden, bloß weil sie gut duften.

Toxikologie im Rampenlicht

Umwelt- und Toxikologieforschung gewinnen in der biomedizinischen Community immer mehr an Bedeutung. Das zeigt auch die eigene Toxikologie-Session beim kommenden Jahresmeeting der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT).

"Wir wollen nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse sammeln, sondern Prozesse erarbeiten, die regulatorisch anwendbar sind", betont Gostner. Derzeit dauere es oft lange, bis gesicherte Erkenntnisse vorliegen und Eingang in rechtliche Regelungen finden: "Das muss schneller gehen - denn die Umweltbelastung ist schon da."

(APA/EP)

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