COP30: "Mehr Klimaschutz!"
Umweltschützer warnen
(06.11.2025) Die 30. UNO-Weltklimakonferenz (COP) beginnt kommenden Montag in Brasilien. Schon heute Donnerstag startet am Austragungsort Belem ein zweitägiges Gipfeltreffen mit etwa 50 Staats- und Regierungschefs. Österreichs Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) wird in der zweiten, abschließenden Verhandlungswoche der bis 21. November angesetzten COP anwesend sein. Knapp vor dem Start pochten Österreichs Umweltschutzorganisationen vor allem auf verbesserte Klimaschutzpläne.
Die Umweltschutzorganisation Global 2000 sieht etwa umfassende Beschlüsse als eine Notwendigkeit bei der Klimakonferenz. "In Belem muss eine rasche Nachbesserung der völlig unzureichenden Klimaschutzpläne beschlossen werden," mahnte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher der NGO. Die Klimakrise drohe ansonsten zu einer unkontrollierbaren Katastrophe zu eskalieren. Die bisher präsentierten Klimapläne der Staaten (NDCs) würden aktuell bis 2030 lediglich zu einer Reduktion von 17 Prozent gegenüber 2019 führen.
"Damit die 1,5-Grad-Grenze eingehalten werden kann, braucht es aber eine Reduktion um 42 Prozent, für die Einhaltung der 2-Grad-Grenze zumindest um 28 Prozent", bilanzierte Wahlmüller. Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace Österreich, stellte dazu fest, dass umfassende Klimapläne noch immer Mangelware seien, "dabei sind bereits zehn Jahre seit dem Pariser Klimaabkommen verstrichen."
FFF-Kritik an Aufschiebe-Politik
Die Folgen der Aufschiebe-Politik seien untragbar, warnte "Fridays For Future" Österreich: "Eine ungebremste Erderhitzung und ein Überschreiten der Kipppunkte dürfen keine Alternative sein, weil sie das Überleben der Menschheit aufs Spiel setzen.", so deren Laila Kriechbaum. Greenpeace Österreich forderte in diesem Zusammenhang dringend einen internationalen Aktionsplan, um das 1,5 Grad-Limit einzuhalten. Drei Punkte wurden als zentral genannt: der Ausstieg aus fossilen Energien sowie die Finanzierung der grünen Wende und Waldschutz.
Was den Waldschutz betrifft, so werde Brasilien bei der COP30 in Belem der Welt den Zustand des Regenwalds zeigen und die Notwendigkeit von ambitioniertem Klimaschutz buchstäblich vor Augen führen, hieß es in einem Statement von WWF Österreich. "Leider glaubt die derzeitige Regierung Brasiliens aber, zur Finanzierung der eigenen Transformation weiter Geld aus neuen Erdölbohrungen lukrieren zu müssen", so WWF-Klimasprecher Reinhard Uhrig zur teilweise ambivalenten Rolle des Gastgebers. Uhrig erinnerte daran, dass dem halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras gerade erst eine neue Lizenz zum Bohren im Mündungsgebiet des Amazonas erteilt wurde. Doch sei längst klar, dass neue Ölförderungen mit dem im Pariser Klimaabkommen beschlossenen Ziel nicht vereinbar seien und diese Förderungen bis 2050 beendet werden müssten.
Greenpeace-Aufruf an Totschnig
Aber auch die heimische Klimapolitik wurde im Vorfeld kritisiert. So rief Greenpeace Umweltminister Totschnig nicht nur dazu auf, sich in Brasilien für ein ehrgeiziges Ergebnis einzusetzen, sondern verwies auf einen aus Sicht der NGO nur schleppenden Verlauf beim Ausstieg aus Öl und Gas in Österreich. "Förderungen für den Heizungstausch werden gekürzt, während weiter nach Gas gebohrt wird", hieß es. Stattdessen müsse Österreich den Ausstieg bis 2040 - bis dahin soll hierzulande bekanntlich die Klimaneutralität erreicht werden - verbindlich im Klimagesetz verankern.
(apa/mc)