Corona wie Grippe?

Jeder sechste glaubt daran

(10.02.2021) Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie ist in Österreich noch immer jeder Sechste der Meinung, dass Covid-19 nicht gefährlicher ist als eine saisonale Grippe. Das zeigt eine Befragung von Mitte Jänner im Rahmen des "Austrian Corona Panel Projects" (ACPP) der Universität Wien.

Unterschiede bei Wählern

Deutliche Unterschiede zeigen sich hinsichtlich Parteipräferenz und Bundesland: So ist für rund ein Drittel (31 Prozent) der FPÖ-Wähler Covid-19 nichts anderes als eine Grippe. Bei den ÖVP-Wählern liegt dieser Anteil bei 14 Prozent, bei SPÖ-Sympathisanten bei 12 Prozent, bei Grünen bei 9 Prozent und bei NEOS-Wählern bei 4 Prozent.

Unterschiede in den Bundesländern

Im Bundesländervergleich ist in Tirol der Anteil der Befragten, der die Aussage ablehnt mit 23 Prozent größer als in allen anderen Bundesländern, an zweiter Stelle liegt die Steiermark (21 Prozent) und dann Oberösterreich und Niederösterreich mit jeweils 18 Prozent. Dagegen ist in Wien mit 70 Prozent der Anteil der Befragten, der das Coronavirus als gefährlicher einschätzt als die normale Grippe, am größten. Die Wiener liegen mit dieser mit der Wissenschaft übereinstimmenden Einschätzung um fast 20 Prozentpunkte über den Kärntnern und Tirolern.

Corona laut Wissenschaft gefährlicher

Im Vergleich zu Influenzaviren habe sich SARS-CoV-2 "in vieler Hinsicht als gefährlicher herausgestellt", schreiben Jakob-Moritz Eberl, Noelle S. Lebernegg und Julia Partheymüller im ACPP-Blog und nennen als Beleg dafür die deutlich höhere Reproduktionszahl, die angibt wie viele Menschen eine infizierte Person ansteckt, und häufigere tödliche Verläufe. Sie verweisen etwa auf die Zahlen von Statistik Austria, wonach im Vorjahr 10,9 Prozent mehr Menschen gestorben sind, als im Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre.

Die Forscher sehen in den Umfrageergebnissen Anhaltspunkte für verbesserte Krisenkommunikation: "Obwohl die Faktenlage zur Gefährlichkeit des Virus eindeutig ist, scheint diese nicht zu allen Bevölkerungsgruppen in Österreich durchgedrungen zu sein bzw. scheinen nicht alle diese akzeptieren zu wollen", schreiben die Wissenschafter und sehen die Verantwortlichen in den Parteien und den Bundesländern gefordert. Denn Personen, die den Unterschied zwischen COVID-19 und der normalen Grippe anerkennen, seien auch eher gewillt, sich an Schutzmaßnahmen zu halten und ihr Verhalten so anzupassen.

(APA/FD)

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