Daheimbleiber im Lockdown

Nur Wiener sind 'brav'

(25.01.2021) Unglaublich! Fast ein Jahr und 3 Lockdowns später gibt es nun Zahlen, die uns zeigen, wer sich brav an den Lockdown hält. Am bravsten: Die Wiener. In den westlichen Bundesländern wie Vorarlberg, Tirol und Salzburg sieht es aber nicht so rosig aus. Sie bilden das Schlusslicht der Statistik. Zu Anfang der Pandemie meinte unser Vizekanzler Werner Kogler: "Erst ein Sprint und dann ein Marathon." Die Formulierung "Sprint" bezieht sich dabei auf kurzfristige Lockdowns und erzwungenes Daheimbleiben. Die Einschätzung vieler Experten, so auch die des deutschen Virologen Hendrik Streeck, trifft mittlerweile den Nagel auf den Kopf: Diese Sprints funktionieren zwar kurzfristig, langfristig hilft es jedoch nur, mit der Eigenverantwortung der Bevölkerung zu arbeiten. Und das predigt der deutsche Mediziner nicht erst seit Gestern.

Marathon statt Sprint

Diese Behauptung bestätigt mittlerweile die Entwicklung der „Daheimbleiber“-Zahlen in Österreich sehr deutlich. Während im 1. Lockdown noch rund 70 Prozent des Landes daheim geblieben sind, sind wir im 3. Lockdown nur noch bei etwa 20 Prozent. Ein drastischer Abfall. Es bildet sich sozusagen eine Immunität gegen den harten Lockdown. Gleichzeitig betont Peter Klimek von der MedUni Wien: "Wenn wir jetzt mit 1000 bis 2000 Fällen pro Tag aufsperren, das haben wir im Oktober gesehen, dann würden wir mitunter nach zwei, drei Wochen wieder in einem Bereich sein, wo es in den Intensivstationen kritisch wird."

Schlussendlich müssen die Neuinfektionszahlen auf einen gewissen Punkt sinken. Wo genau dieser Punkt liegt, bleibt momentan jedoch offen. Eins ist aber sicher: Auch wenn der Lockdown am 8. Februar enden sollte (und selbst das ist nicht in Beton gegossen), werden nicht alle Geschäfte sofort aufsperren dürfen. (ST)

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