Demografie: AMS-Chef warnt

Arbeitskräfte fehlen!

(12.03.2026) Der demografische Wandel könnte den österreichischen Arbeitsmarkt massiv verändern. AMS-Chef Johannes Kopf warnt davor, dass Österreich bis 2050 rund 120.000 Erwerbspersonen fehlen könnten, wenn die Politik nicht rasch gegensteuert. Besonders Bundesländer außerhalb Wiens werden laut aktuellen Prognosen stark betroffen sein.

Bevölkerung altert, Geburtenrate sinkt

Grundlage der Prognose sind Berechnungen von Statistik Austria, die Bevölkerungsentwicklung und Arbeitskräftepotenzial regelmäßig analysiert. In die Modelle fließen unter anderem Geburtenraten, Lebenserwartung sowie Zu- und Abwanderung ein.

Die Entwicklung zeigt eine klare Richtung:

  • Die Lebenserwartung steigt weiterhin, wenn auch zuletzt langsamer.
  • Die Geburtenrate ist nach einem kurzen Hoch nach der Corona-Pandemie wieder gesunken.

Dadurch schreitet die Alterung der Bevölkerung in Österreich weiter voran. Laut Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk wird die Bevölkerung ab etwa 2040 schrumpfen, während gleichzeitig immer weniger Erwerbstätige auf immer mehr Pensionisten kommen.

Nur Wien wächst – Bundesländer verlieren Arbeitskräfte

Die Prognosen zeigen eine deutliche regionale Ungleichheit:

  • Wien: Zunahme der Erwerbsbevölkerung bis 2050 um etwa 16 Prozent
  • Alle anderen Bundesländer: teilweise deutlicher Rückgang

Der Grund liegt vor allem in der Zuwanderung, die sich stark auf Wien konzentriert.

AMS-Chef Kopf spricht deshalb von einer „dramatisch ungleichen Situation“ innerhalb Österreichs.

Ländliche Regionen besonders betroffen

Besonders kritisch könnte sich die Entwicklung in einigen Regionen auswirken. Kopf nennt etwa Kärnten, das Burgenland und die Steiermark als besonders gefährdet.

In einzelnen Bezirken werden laut Prognosen massive Rückgänge erwartet:

  • etwa minus 20 Prozent Erwerbspersonen in Regionen wie Mürzzuschlag oder Hermagor.

Die Folgen könnten weit über den Arbeitsmarkt hinausgehen.

„Dann haben wir Täler, in denen es aussehen wird wie in manchen Regionen im Waldviertel zu Zeiten des Eisernen Vorhangs“, warnte Kopf.

Ein solcher Bevölkerungsrückgang hätte Auswirkungen auf Schulen, Verkehr, Handel, Kinderbetreuung und das gesamte Leben im ländlichen Raum.

Wien kämpft gleichzeitig mit hoher Arbeitslosigkeit

Während in vielen Regionen Arbeitskräfte fehlen könnten, steht Wien vor einem anderen Problem.

Die Bundeshauptstadt hat bereits jetzt die höchste Arbeitslosenquote Österreichs. Sie liegt laut Kopf fast dreimal so hoch wie in Oberösterreich.

„Hier habe ich zu wenig Arbeitsplätze“, erklärte der AMS-Chef.

AMS fordert Maßnahmenmix

Kopf fordert daher ein Bündel an Maßnahmen, um die drohende Arbeitskräfte-Lücke zu schließen.

Die Rot-Weiß-Rot-Karte für qualifizierte Zuwanderung allein werde nicht ausreichen. Mit Stand Februar 2026 gab es inklusive EU-Blue-Card rund 12.900 Bewilligungen – deutlich zu wenig, um den Bedarf zu decken.

Zusätzlich müssten weitere Potenziale besser genutzt werden:

  • Geflüchtete und Vertriebene
  • Frauen
  • Ältere Arbeitnehmer
  • Lehrlinge

Mehr Kinderbetreuung und bessere Verteilung von Zuwanderern

Um mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu bringen, fordert Kopf vor allem eine deutliche Ausweitung von Kinderbetreuungsplätzen.

Bei Asylberechtigten plädiert er zudem für eine Wohnsitzauflage, um eine stärkere Verteilung über ganz Österreich zu erreichen. Derzeit würden viele nach Wien ziehen.

Solche Regelungen existieren bereits in Ländern wie Deutschland oder Schweden.

Demografie als große Herausforderung

Für den AMS-Chef steht fest: Ohne rasches Gegensteuern könnte der demografische Wandel massive Folgen für Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Lebensqualität im ländlichen Raum haben.

Sein Fazit:

„Das Thema wird viel zu wenig ernst genommen.“

(fd)

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