Doppelt so viele Lawinentote

Klimawandel als Grund

(07.04.2026) Die Zahl der Tode durch Lawinen ist in Europa diese Saison so hoch wie lange nicht mehr. 135 Menschen kamen seit Anfang Oktober in den Alpen und anderen europäischen Gebirgen ums Leben. Damit stieg die Todeszahl im Vergleich zur Saison 2024/25 (70 Tode) fast ums Doppelte.

Zahl in Österreich verdreifacht

Mit 38 Todesfällen ist Italien das Land mit den meisten Vorkommnissen. Während es in Österreich vergangenes Jahr noch acht waren, sind es heuer bereits 30 bestätigte Todesfälle durch Lawinen. Auch in Frankreich stieg die Zahl deutlich (21 auf 31).

Mit der Schweiz (15), Spanien (8), Slowakei (6), Slowenien (3), Andorra (2), Polen und Norwegen (jeweils 1) ist die heurige Saison mit 135 Toden die zweithöchste seit Aufzeichnung des European Avalanche Warning Service (EAWS) - nach 2017/18. Damals kam es zu 147 tödlichen Unfällen.

Klimawandel als Grund

Laut Experten ist der Klimawandel ein potenzieller Grund für die Entwicklung. Demnach verändern sich die saisonalen Bedingungen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Außerdem verbinden sich Altschnee und Neuschnee nicht mehr so gut miteinander. Stärkere Winde sorgen zudem dafür, dass sich oft gefährlicher Triebschnee ansammelt.

Während in den meisten europäischen Skigebieten die Saison nach dem Osterwochenende vorbei ist, ist in höheren Lagen und auf Gletschern, wie beispielsweise in Sölden, Skifahren oft noch bis Anfang Mai möglich. Gletschergebiete, wie der Hintertuxer Gletscher, ermöglichen Abfahrten auch im Sommer, womit das Skigebiet das ganze Jahr geöffnet hat.

Richtige Ausrüstung als Lebenshelfer

Es wird empfohlen, sich auf potenzielle Gefahrensituationen ausgiebig vorzubereiten. Bei Touren in hochalpinem Gelände sollte man eine Schaufel, Sonde und ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät) mit sich führen und auch beherrschen können.

Wenn eine Lawine zum Stillstand kommt, sind fast alle Verschütteten noch am Leben. Danach kommt es stark darauf an, wie schnell man gefunden wird. Nach 15 Minuten werden 90 Prozent noch lebend gerettet. Danach nimmt die Zahl rapide ab.

(apa/sp)

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