Eltern sind psychisch belastet

Mütter tragen zu viel Last!

(02.10.2023) Die Elternschaft kann eine erhebliche Belastung für die psychische Gesundheit darstellen, wie eine aktuelle Studie der Johannes Kepler Universität Linz zeigt. Insbesondere Mütter sind in den ersten Jahren nach der Geburt anfälliger für psychische Erkrankungen. Die Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit dänischen Universitätskollegen durchgeführt wurde, ergab, dass Mütter, die nach der Geburt mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, häufiger psychische Probleme haben und Antidepressiva verschrieben bekommen. Laut Martin Halla, Universitätsprofessor für Wirtschaftspolitik an der Johannes Kepler Universität, stellt insbesondere die lange Karenzdauer eine Belastung dar.

Besonders in Österreich ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mütter Antidepressiva einnehmen, nahezu doppelt so hoch wie bei Vätern. Bei uns liegt der Betreuungsdruck noch immer großteils bei den Müttern. Im Vergleich dazu ist der Unterschied in Dänemark deutlich geringer, denn dort sind Väter viel mehr eingebunden, sie werden vom Staat auch besser unterstützt und Gleichberechtigung hat einen hohen Stellenwert.

Durch alle Schichten

Die Studie hat auch untersucht, ob geschlechtsspezifische Unterschiede durch die Inanspruchnahme von Hilfen oder durch postpartale Depressionen erklärt werden könnten, was jedoch nicht der Fall ist. Es wurde festgestellt, dass die negativen Auswirkungen der Elternschaft in den meisten Bevölkerungsgruppen gleich sind, wobei junge Eltern und Eltern mit geringerer Bildung stärker betroffen sind.

(fd)

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