Ermittlungen gegen Kardinal Pell

Erneute Missbrauchsvorwürfe

(14.04.2020) Erst vor einer Woche kam der vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochene australische Kardinal George Pell überraschend aus dem Gefängnis frei. Jetzt läuft erneut eine polizeiliche Ermittlung gegen den ehemaligen Finanzchef des Vatikans.

Medienberichten zufolge wirft erneut ein Mann Pell vor, von ihm in den 1970er Jahren sexuell missbraucht worden zu sein. "Ich weiß nicht, was der arme Kerl vorhatte", meinte Pell in einem Interview des Senders Sky News am Dienstag. Er selbst sei zum "Sündenbock" für schreckliche sexuelle Verbrechen anderer gemacht worden, so der 78-Jährige. "Ein Trost für mich ist, dass für keinen Christen ein irdisches Gericht das letzte Gericht ist", sagte Pell. "Ich weiß, dass ich meinen lieben Gott nicht werde täuschen können."

Im März 2019 war der frühere Erzbischof von Melbourne wegen des Missbrauchs zweier Chorknaben in den 1990er-Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das höchste australische Gericht gab dann jedoch am 7. April dem Berufungsantrag des Kardinals mangels Beweisen statt. Pell wurde daraufhin nach rund 13 Monaten in Haft aus dem Gefängnis entlassen. Er war der bisher ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war.

(ap/APA)

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