ESC mit oder ohne Israel?
Online-Voting soll entscheiden
(30.09.2025) In den letzten Wochen und Monaten hört man immer wieder Kritik am nächsten Eurovision Songcontest, der 2026 in Wien stattfinden wird. Vor allem die mögliche Teilnahme von Israel spaltet die Meinungen. Länder wie Spanien, Irland und die Niederlande drohen sogar schon, selbst nicht teilzunehmen, falls Israel einen Kandidaten stellen wird.
Stellungnahme der Europäischen Rundfunkunion
Viele erwarten jetzt also ein Machtwort der Europäischen Rundfunkunion EBU, um alle zu beruhigen. Doch das bleibt aus. Vielmehr wird von einer Abstimmung per Online-Voting geredet, ob Israel nächstes Mal teilnehmen darf oder nicht. Oder auch nicht ganz genau darüber: In einer Stellungnahme wird der Staat nicht erwähnt, sondern es ist nur die Rede von einer "beispiellosen Meinungsvielfalt" unter den Mitgliedsstaaten.
Das wäre nämlich "demokratisch" und jedes Mitglied habe eine Stimme. So sollen alle auf einen gemeinsamen Nenner kommen, heißt es in dem Schreiben. Um jedoch Israel wirklich aus dem Wettbewerb auszuschließen, braucht es eine 75-prozentige Mehrheit der Mitglieder. Auf diesen Fakt weist auch die israelische öffentliche Rundfunkanstalt Kan in einer Stellungnahme hin.
Kritik von Israel
Dass es den Staat nicht sonderlich begeistert, eventuell vom Contest ausgeschlossen zu werden, ist irgendwie logisch. In dem Schreiben heißt es weiter: "Wir hoffen, dass der Eurovision Song Contest seine kulturelle und unpolitische Identität bewahren wird. Denn die mögliche Disqualifikation (Israels) – eines der langjährigen, beliebten und erfolgreichen Teilnehmer des Wettbewerbs – wäre vor der 70. Ausgabe des als Symbol der Einheit, Solidarität und Kameradschaft gegründeten Song Contest besonders beunruhigend. Ein solcher Schritt könnte weitreichende Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Werte haben, für die die EBU steht."
Vielleicht hat man damit auch gar nicht so unrecht. Aber wie es damit weitergeht und wie eine mögliche Abstimmung ausgeht, wird sich noch zeigen. Was man sich im Moment aber für Österreich wünschen kann, sind keine negativen Vibes für den kommenden ESC in Wien.
(bg)