EZB-Zinsstopp

Stabilität trotz US-Zöllen

(24.07.2025) Die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt für Überraschung: Nach einem Jahr kontinuierlicher Senkungen lässt sie die Leitzinsen unverändert. Der Einlagesatz bleibt bei 2 %, der Hauptrefinanzierungssatz bleibt bei 2,15 %, wie die EZB in Frankfurt verkündet. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines ungelösten Zollstreits mit den USA sowie einer gesunkenen Inflation im Euroraum. Zwar hält sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, wie die EZB betont. Doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Dem Ifo-Institut zufolge haben viele Firmen Investitionspläne in Deutschland aus Unsicherheit aufgeschoben. In der Eurozone erwartet die EZB dieses Jahr ohnehin nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent.

Inflation gesunken

Laut Eurostat betrug die Inflationsrate im Juni 2 %, was dem mittelfristigen Ziel der EZB entspricht. "Das Umfeld ist nach wie vor außergewöhnlich unsicher, vor allem aufgrund von Handelskonflikten," erklärt EZB-Präsidentin Christine Lagarde und verweist insbesondere auf das Streitpotenzial mit den USA. Die EZB hat davor siebenmal in Folge die Zinsen gesenkt.

Der komplizierte Zollstreit mit den USA, ausgelöst durch Präsident Donald Trump, verunsichert Anleger. Hohe Zölle stehen im Raum, die Folgen für Konjunktur und Inflation sind unabsehbar. "Die EZB wartet auf den finalen Showdown," meint Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei der ING-Bank. Der Handelskonflikt hinterlässt sichtbare Spuren, etwa in verschobenen Investitionsplänen in Deutschland.

Ein möglicher Wirtschaftsrückgang in der Eurozone wird von der EZB prognostiziert, Wachstumserwartungen liegen bei mageren 0,9 %. Ökonomen fürchten aber auch eine zu geringe Inflation. "Von jetzt an sollte die EZB sehr zurückhaltend sein," rät Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Klar ist, die Unsicherheit hält an und die EZB agiert weiterhin vorsichtig im September, bei ihrem nächsten Zinsentscheid.

(fd/apa)

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