Fliesen statt Smartphones?

Handyshop-Betrug!

Fliesen statt iPhones in der Handyverpackung und das war kein Versehen! Bei der genaueren Durchsuchung des Handyshops eines Brüderpaars in Wien haben Steuerfahnder diese Fake-Verpackungen jetzt entdeckt. Sie haben beim Schütteln der Verpackung untypische Geräusche gehört und sind den Betrügern so auf die Spur gekommen. Beim Öffnen dann große Verwunderung: Statt den versprochenen iPhones haben sich Ziegel- und Fliesenteile in der Verpackung befunden.

In Österreich und Ungarn sind mehrere Handyshops untersucht worden, da sie unter Verdacht stehen, Teil eines international agierenden Umsatzsteuerkarussells zu sein. Der Verdacht hat sich auch im Wiener Handyshop bestätigt. Die Taktik dabei? Die Verpackungen unauffällig zu manipulieren und so zu füllen, dass bei Gewichtskontrollen der Lieferungen beim Zoll niemand Verdacht schöpft. Die „Fliesen-Handys“ waren nie für den Verkauf bestimmt. Das Ziel dahinter: Umsatzsteuerbetrug.

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Höhe des Schadens?

Der Schaden ist laut Finanzministerium noch nicht abzuschätzen. Die gefundenen iPhone-Attrappen ergeben eine Schadenssumme von 110.000 Euro. Aus Sicht der Steuerzahler sind sie aber nur ein Mini-Teil eines komplexen Betrugsnetzwerkes. Der Schaden ist also vermutlich viel höher.

Die Betrüger wollen natürlich so viel wie möglich daran verdienen. Sie nehmen also teure Artikel aus dem Elektronikbereich, wie zum Beispiel Smartphones oder Spielkonsolen, und verpacken diese täuschend echt mit Fake- Inhalt. Alle nötigen zollrechtlichen Papiere besitzen sie natürlich auch.

Beim so genannten Karussellbetrug führen die kriminellen Händler die vom Käufer bezahlte Umsatzsteuer nicht wie vorgesehen an das Finanzamt ab, sondern machen in der Regel vom Vorsteuerabzug Gebrauch. Die Ermittlungen laufen.

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