Graz: Frau (21) stirbt!

Wer trägt die Schuld daran?

(19.10.2025) So ein junger Mensch! Hätte sie gerettet werden können? Eine 21-jährige Frau ist in einer Wohnung in Graz an den Folgen einer gefährlichen Substanzmischung gestorben: Kokain, Morphin und Amphetamin wurden ihr zum Verhängnis. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Graz hatte sie sich gemeinsam mit einem 25-jährigen Grazer (Wohnungs­mieter) und einem 34-jährigen Bekannten über drei Tage hinweg mit verschiedensten Drogen zugedröhnt. Statt bei Anzeichen von Bewusstlosigkeit oder schwerer Atmung Hilfe zu rufen, sollen die beiden Bekannten tatenlos geblieben sein. Ihre Rechtfertigung – sie hätten selbst unter Drogen gestanden – lässt erhebliche Fragen hinsichtlich Verantwortung und rechtlicher Konsequenzen offen. Das Unglück ist vor ziemlich genau einem Jahr passiert, diese Woche wird verhandelt, wie die Kronenzeitung berichtet.

Die drei Konsumenten trafen sich laut Anklage über einen Zeitraum von drei Tagen: Sie nahmen Suchtmittel, schliefen ein, wachten wieder auf, nahmen erneut Drogen und schliefen wieder ein. Irgendwann wachte die junge Frau nicht mehr auf. „Trotz ihrer ungewöhnlichen Atmung und ihrer anhaltenden Bewusstlosigkeit haben es die Angeklagten unterlassen, den Notruf zu verständigen oder auf andere Weise professionelle Hilfe zu organisieren“, heißt es in der Anklageschrift.

Hätte sie gerettet werden können?

Der 25-jährige Wohnungsinhaber sagte gegenüber der Polizei später aus, sein Bekannter habe die Wohnung schon längst verlassen wollen, er selbst habe alles verschlafen. Erst in den Morgenstunden des folgenden Tages bemerkte er, dass die 21-Jährige bereits kalt gewesen sei und keinen Puls mehr hatte. Allerdings gab er zu Protokoll, dass er schon am Mittag auf die schlechte Atmung der jungen Frau aufmerksam geworden sei, panisch seinen 34-jährigen Freund angerufen habe — und beide dann noch versucht hätten, sie wachzukriegen. Zu diesem Zeitpunkt war es jedoch bereits zu spät.

Die Anklage und mögliche rechtliche Folgen

Die zwei Männer stehen laut Medienberichten kommende Woche vor Gericht: der 25-Jährige zusätzlich wegen falscher Beweisaussage, der 34-Jährige wegen unterlassener Hilfeleistung. Beide Angeklagten sind zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht geständig. Ein Gutachten soll klären, ob das Leben der 21-Jährigen eventuell hätte gerettet werden können.

Drogenkonsum in der Steiermark

Der tragische Todesfall wirft ein Schlaglicht auf eine tiefere Problematik: Der Konsum harter Drogen und die Verfügbarkeit vor allem in Ballungsräumen wie Graz nehmen laut aktuellen Analysen zu.

  • Eine Abwasseranalyse in der Steiermark zeigte: Der Kokain-Konsum steigt, insbesondere in Graz, das hier auf Rang 6 österreichweit liegt.
  • Amphetamin („Speed“) und andere Stimulanzien sind ebenfalls verstärkt nachweisbar – die Steiermark gilt mittlerweile nicht nur als Konsum-, sondern auch als Transit- und Depotland.
  • Laut den Ermittlern des Landeskriminalamts Steiermark werden über Internet- und Darknet-Kanäle zunehmend auch entlegene Regionen erreicht, sodass Drogenkonsum längst kein rein urbanes Phänomen mehr ist.

Während die Haupt­frage vor Gericht lauten wird, ob die beiden Bekannten strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, darf die Gesellschaft nicht wegsehen: Prävention, Entstigmatisierung von Suchtthemen und ein stabiles Helfer­syst­em für kritische Situationen bleiben essenziell.

(krone/fd)

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