Grillsaison startet

Immer mehr verletzte Kinder

(02.06.2022) Bitte pass bei Grillen auf, besonders auf die Kinder. Grillen gehört nun mal zu den sommerlichen Lieblingsbeschäftigungen der Österreicher. Doch nicht immer verläuft das Anheizen und Hantieren mit dem heißen Gerät reibungslos. Rund 700 Menschen verletzten sich beim Freiluft-Kochen derart schwer, dass eine Behandlung im Spital notwendig ist. Jeder zweite Betroffene erleidet Verbrennungen, hieß es in einer Aussendung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) am heutigen Donnerstag. Aber auch Schnittverletzungen (30 Prozent) und Stürze (16 Prozent) zählen der KFV-Unfalldatenbank Injury Database (IDB) Austria zufolge zu den häufigeren Unfallfolgen. 13 Prozent aller Grillverletzungen betreffen Kinder unter 14 Jahren.

Stichflammen besonders gefährlich

Besonders schwere Unfälle beim Barbecue-Vergnügen können durch die Bildung von Stichflammen entstehen. Daher lautet laut KFV die Grundregel Nummer eins: Niemals Zündhilfen wie Spiritus, Benzin oder Alkohol benutzen. "Durch die Verwendung von Brandbeschleunigern können sich explosionsartig meterhohe und weit über 1.000 Grad heiße Flammenwände entwickeln. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Marinade vom Grillgut nicht in die Glut tropft - auch dadurch können Stichflammen entstehen," machte Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV, aufmerksam.

Kleine Kinder am stärksten betroffen

Die Behandlung von Verbrennungsfolgen sei mitunter ein aufwendiges und langwieriges Unterfangen: "Kommt es beim Grillen zu Verbrennungen, so sind diese oft tiefgradig und erfordern daher oftmals Operationen und längere Krankenhausaufenthalte. Insbesondere sind jedoch kleinere Kinder von schweren Brandverletzungen betroffen, da sie oft auf Augenhöhe mit dem Grill sind und dadurch Verbrennungen im Gesicht sowie am Oberkörper erleiden können. Das ist besonders dramatisch bedenkt man, dass für Kleinkinder Verletzungen in diesem Ausmaß bereits tödlich enden können", warnte Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie der Medizinischen Universität Graz.

Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen

Umso wichtiger sei es, Kinder keinesfalls im Umfeld der Griller unbeaufsichtigt zu lassen und auf einen entsprechenden Sicherheitsabstand zu achten. Dabei sei es ratsam den Grillplatz zu einer Tabuzone fürs Spielen zu machen. Abschließend noch ein Tipp für die Wahl des richtigen Platzes für den Griller: Er sollte stets stabil auf einer ebenen Standfläche aufgestellt werden und am besten windgeschützt sein, da Wind Rauch und Funken verteilen könnten. Ist der Untergrund uneben, müsse er vorher zumindest an den vier Aufstellflächen der Füße eben gemacht werden.

(fd/apa)