Historische Weltkarte vernichtet

Pensionist gesteht Diebstahl

(08.09.2022) Ein Seriendieb gesteht vor Gericht: Nach dreijährigem Prozess gibt der Pensionist Norbert S. in Innsbruck zu, eine 400 Jahre alte Weltkarte des berühmten Astronomen Johannes Kepler aus der Universitätsbibliothek entwendet zu haben.

Im Juli 2017 besuchte Norbert S. die Uni-Bibliothek in Innsbruck und erzählte dort einer Mitarbeiterin, er würde zum Thema Weltumsegelung recherchieren. Die Frau führte ihn daraufhin zu Kepler's Weltkarte, ließ den Dieb dann jedoch kurz unbeobachtet: "Ein paar Minuten war er mit dem Werk allein, weil ich auf die Toilette musste.“ Als sie zurückkam, war es bereits geschehen: Norbert S. hatte das historische Artefakt mitgehen lassen.

2019 kam es zum Prozess in Nordrhein-Westfalen: Der Übeltäter bestritt die Vorwürfe vehement, wurde aber trotzdem zu 20 Monaten Haft verurteilt. Norbert S. legte gegen das Urteil Berufung ein, bezeichnete die Vorwürfe als "lachhafte Anklage".

Jetzt kommt es vor dem Landgericht Bochum zum Prozess in zweiter Instanz und anscheinend hat der Pensionist seine Meinung in der Zwischenzeit geändert. Denn: Plötzlich gesteht er die Tat! Zurückgeben kann er die Weltkarte aus dem Jahre 1627 allerdings nicht - er habe sie kurz nach seinem Diebstahl vernichtet, weil er gemerkt hatte, dass er das Werk nicht weiterverkaufen könne, ohne dass es irgendjemand mitbekommt.

Die "Rudolfinischen Tafeln", aus denen die Karte stammt, sind das letzte Werk des bekannten Mathematikers und Astronomen Johannes Kepler. Der Wissenschaftler war damals der erste, der erkannte, dass die Planeten in elliptischen Bahnen um die Sonne kreisen. Die "Rudolfinischen Tafeln" legten die Basis für die spätere Aufstellung der Gravitationsgesetze durch den Physiker Isaac Newton.

(LS)

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