Homeschooling unter der Lupe

Studie zeigt Probleme auf

(11.04.2020) Die Umstellung auf Heimunterricht wegen des Coronavirus könnte die Chancenungleichheit an den Schulen in Österreich, Deutschland und der Schweiz weiter verstärken. Das zeigt das am Freitag veröffentlichte "Schul-Barometer" des Instituts für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug, für das rund 7.000 Personen (Schüler, Lehrer, Schulleiter, Eltern) befragt wurden.

Schüler machen deutlich zu wenig

Die Studie hat gezeigt, dass die befragten Schüler - der Schwerpunkt lag auf den Zehn- bis 19-Jährigen - deutlich weniger Zeit für die Schule aufwenden als unter normalen Umständen. Der Studie zufolge arbeitet laut eigenen Angaben nur knapp ein Drittel 25 Stunden und mehr pro Woche für die Schule. Ein Drittel der Schüler wendet unter der Woche weniger als 15 Stunden pro Arbeitswoche fürs Lernen auf, das entspricht gut zwei Stunden pro Tag. Schüler, die besonders wenig Zeit für das Lernen aufwenden, haben laut der Studie derzeit auch Probleme mit der Strukturierung ihres Tages, ihrer Aufgaben und mit der Motivation.

Schüler und Eltern oft überfordert

Die Belastung durch das Homeschooling wird laut Studienleiter Stephan Huber insgesamt als "sehr hoch" empfunden. Laut der Hälfte der Befragten können die Schüler sich nicht auf die anderen Lernmethoden einlassen und brauchen viel Unterstützung. Für ein Drittel der Eltern ist es eine echte Herausforderung, ihrem Kind daheim bei den schulischen Aufgaben zu helfen.

"Bildungsverlierer"

Die Forscher befürchten außerdem, dass Schüler aus sozioökonomisch belasteten Familien die "(Bildungs-)Verlierer" der aktuellen Situation sein werden. Gründe seien ein Zusammenspiel aus schlechter technischer Ausstattung, beengten Wohnverhältnissen und wenig Möglichkeiten, dass Eltern oder Geschwister die Schüler unterstützen. Schulen mit einem hohen Anteil an benachteiligten Schülern stehen vor besonders großen Herausforderungen.

(apa/ak)

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