Horror-Zoo geschlossen

Veterinäramt greift ein

(20.01.2021) Katastrophale Zustände waren Alltag in einem Zoo in der brandenburgischen Kleinstadt Nauen: viel zu enge Käfige, Müll, vergammeltes Futter, Dreck. "Animal Eden" beherbergte über 60 Ponys, Waschbären, Affen und Kaninchen. Nun greift das Veterinäramt ein und beendet die alles andere als artgerechte Haltung der Tiere.

Das Einschreiten ist die Reaktion auf die zuvor erfolgte Anzeige des Vereins "Aktion Tier" gegen den Betreiber Bernhard W. (80), der bereits seit vielen Jahren gegen das Tierschutzgesetz verstoßen habe. Biologin Ursula Bauer, Geschäftsführerin des Vereins, meint dazu: „Es ist klar, dass man solchen Menschen das Handwerk legen muss. Es fand eine total vermenschlichte Haltung der Tiere statt. Alles war aus Plastik, kaum Naturmaterialien. Der Auslauf der Ponys war zu klein und matschig.“

Zoo-Inhaber Wilhelm vermutet dagegen eine Intrige hinter der Schließung seines Betriebs: „Wir haben nur Gnadenbrottiere aufgenommen, die wir vor der Schlachtbank retteten. Wir haben behinderte Menschen therapiert und sind in Seniorenheime gegangen. Dort bereiteten wir den Menschen eine große Freude.“

Der gelernte Tierpfleger zog im Jahr 2000 in die etwa 50 Kilometer von Berlin entfernte Kleinstadt Nauen und betrieb zuerst eine Filmtierschule. Seinen anschließend eröffneten Zoo "Animal Eden" lobt der Mann selbst in hohen Tönen und ist scheinbar selbst tatsächlich davon überzeugt, dass es seinen Schützlingen wunderbar gehe. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Die Gehege wirken lieblos und zeugen von fehlender Sachkunde. Dem Betreiber scheint weder die Gesundheit seiner Tiere, noch deren Wohlbefinden am Herzen zu liegen.

Der Verein "Aktion Tiere" kämpft nun für ein behördliches Tierhalte- und Tierbetreuungsverbot. Damit soll verhindert werden, dass Bernhard W. sich neue Tiere anschafft und dafür sorgen, dass der "Horror-Zoo" für immer der Vergangenheit angehört.

(JK)

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