Kinder im Urwald verirrt

Brüderpaar überlebt einen Monat

(18.03.2022) Zwei kleine Buben eines indigenen Volkes in Brasilien sind Medienberichten zufolge fast einen Monat nach ihrem Verschwinden im Dschungel lebend gefunden worden. "Dieser Fall ist so komplex und so mysteriös", sagte Pedro da Silva, der für den Indigenistischen Missionsrat Cimi im Bundesstaat Amazonas arbeitet. "Diese Kinder haben ein bisschen Ortskenntnis, aber selbst Erwachsene verlieren sich im Wald."

Die Brüder Glaucon (7) und Gleison (9) hätten sich in der Gegend um Manicoré im Bundesstaat Amazonas verirrt, als sie auf der Jagd nach Vögeln gewesen seien, hieß es in den Berichten. Seit dem 18. Februar galten sie demnach als vermisst. Am 15. März seien sie dann durch Zufall von einem Holzfäller entdeckt und am Donnerstag (Ortszeit) in ein Krankenhaus geflogen worden, berichtete das Nachrichtenportal "G1" unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden.

Von Früchten und Regenwasser ernährt

Die Kinder ernährten sich nach eigenen Angaben von Früchten und gesammeltem Regenwasser, wie eine Krankenschwester, die bei der Erstversorgung in Manicoré dabei war, dem Portal "UOL" sagte. Die Buben seien unterernährt und dehydriert gewesen und hätten wegen Verletzungen an den Füßen kaum noch gehen können. Gleison habe seinen jüngeren Bruder zeitweise getragen. "Der Ältere beschützte den Jüngeren. Er trug ihn auf dem Rücken, bis der andere sich etwas erholt hatte", wurde die Krankenschwester zitiert. Die beiden seien kilometerweit von der Stelle gefunden worden, wo sie zuletzt gesehen worden seien.

Die Behörden hatten die Suche schon aufgegeben, während die Indigenen noch weitermachten. Dutzende Feuerwehrleute und Freiwillige hatten nach den Buben, die dem Volk der Mura angehören, gesucht.

Der Zustand der Brüder sei ernst aber stabil, sagte der Kinderarzt Eugênio Tavares gegenüber "G1". Noch könnten sie keine feste Nahrung zu sich nehmen. "Sie müssen mindestens die Hälfte des Gewichts zurückgewinnen, das sie verloren haben, ehe sie nach Manicoré zurückkehren können."

"Einige sprechen von einem Wunder. Wie die Indigenen sagen: Die Geister der Natur haben sie beschützt", sagte da Silva. Die Behörden hatten das Alter der Brüder zunächst mit sechs und acht Jahren angegeben, die Mutter korrigierte später die Angaben.

(apa/makl)

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