Impfpflicht in Italien?

Debatte eskaliert

(12.08.2020) Wird es in Italien eine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben? Bei unseren Nachbarn eskaliert die Debatte über eine mögliche Impfpflicht, sollte in den nächsten Monaten ein Impfmittel gegen Covid-19 entwickelt werden. Angeheizt wurde die hitzige Diskussion durch den Beschluss des römischen Krankenhauses "Spallanzani", ab 24. August einen Impfstoff an 90 Freiwilligen zu testen.

Expremier kämpft für Impfpflicht
Expremier Matteo Renzi kämpft für die Impfpflicht und hat sogar schon eine Unterschriftensammlung gestartet, um die Impfpflicht einzuführen. Das ist die Gegenreaktion auf Premier Giuseppe Conte. Dieser möchte das Impfen auf keinen Fall verpflichtend machen

"Wir haben wegen Covid-19 in Italien zwei Monate lang Ausgangssperre gehabt. Wird jetzt ein Impfstoff entwickelt, lassen wir den Italienern die Freiheit, sich impfen zu lassen oder nicht? Das ist doch wohl ein Witz!", schreibt Renzi, der auf seiner Webseite den Link zur Unterschriftensammlung gepostet hat. Jetzt kommt der „Hate“. User werfen ihm vor, Verfassung zu widersprechen und auf undemokratische Weise alle Italiener zur Impfung zwingen zu wollen.

Viele Freiwillige haben sich gemeldet
3.000 Kandidaten haben sich in den letzten Tagen beim römischen Krankenhaus "Lazzaro Spallanzani" gemeldet, das ab 24. August einen Impfstoff an Menschen testet. Begonnen wird mit 90 Freiwilligen, die 700 Euro bekommen. Diese werden den Altersgruppen zwischen 18 und 55 Jahren und von 65 bis 85 Jahren angehören. Sie dürfen sich nicht am Coronavirus infiziert und in den vergangenen Monaten klinischen Tests unterzogen haben. Auch mehrere Ärzte haben sich gemeldet.

(mt/apa)

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