Jeder dritte hat weniger Geld

Pandemiebedingte Verluste

(05.04.2022) Du hast gefühlt weniger Geld für eigentlich alles? Das sind nicht nur bad feelings, dass ist leider Realität. Die Coronapandemie hat bei vielen Österreicherinnen und Österreichern zu einer Reduktion des Haushaltseinkommens geführt. Nach einer Erhebung der Statistik Austria stand jeder dritten Person Ende 2021 weniger Geld zur Verfügung als noch ein Jahr zuvor. Die häufigsten Gründe dafür waren reduzierte Arbeitszeit, gesunkenes Erwerbseinkommen oder Arbeitsplatzverlust. Auch die hohe Inflation wurde von den Befragten häufig als Begründung für den Einkommensverlust angeführt.

"Trotz einer massiven Ausweitung der Sozialleistungen und Subventionen hat die Coronakrise deutliche soziale Folgen mit sich gebracht. Jede dritte Person im erwerbsfähigen Alter hatte im Jahr 2021 Einkommensverluste zu verdauen - mit teils spürbaren Auswirkungen auf Konsummöglichkeiten und Lebenszufriedenheit. Bei jeder sechsten Person hat sich die Einkommenssituation im selben Zeitraum hingegen verbessert", erklärte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Dienstag in einer Aussendung.

33 % mit Verlusten

Demnach gaben 33 Prozent der Befragen an, Einkommensverluste erlitten zu haben. Überdurchschnittlich häufig war das bei Arbeitslosen (53 Prozent) und Erwerbstätigen in bestimmten Berufsgruppen wie Dienstleistungen und Verkauf (37 Prozent), in der Landwirtschaft (41 Prozent) oder im Handwerk (36 Prozent) der Fall. Ebenso waren Beschäftigte im Bereich der Bedienung oder Montage von Anlagen und Maschinen (45 Prozent) sowie Hilfsarbeiter (40 Prozent) stark betroffen.

Die Hälfte muss auf Erspartes zurückgreifen

Fast die Hälfte (46 Prozent) der Personen mit Einkommensverlusten musste nach eigenen Angaben auf Ersparnisse zurückgreifen oder Geld leihen. 39 Prozent schränkten ihren Konsum ein, etwa mittels Einsparungen bei Essen, Kleidung oder anderen Dienstleistungen. Etwa 14 Prozent haben keine besonderen Maßnahmen ergriffen. Von einer Einkommenssteigerung berichtete nur jede sechste Person. Die wichtigsten Impulse hierfür gaben eine Erhöhung der Arbeitszeit, Steigerungen des Erwerbseinkommens oder ein neuer Job bzw. Arbeitsplatzwechsel. Unter den Einkommensgewinnern befanden sich insbesondere Akademikerinnen und Akademiker (28 Prozent), Personen in technischen Berufen (19 Prozent) sowie Führungskräfte (25 Prozent).

Sozialexperte Martin Schenk

Sozialexperte Martin Schenk von der Armutskonferenz verwies heute darauf, dass der Anteil der Menschen, die sich immer oder meistens einsam gefühlt hatten, bei einem Einkommensverlust (15 Prozent) dreimal so hoch wie bei einem Anstieg des Haushaltseinkommens (5 Prozent) sei. "Gerade die psychosozialen Verwerfungen sind massiv", so Schenk, selbst Psychologe. Er fordert eine Reform des Unterhaltrechtes und sieht weitere Baustellen: "Präventionsketten gegen Kinderarmut warten auf ihre Umsetzung. Ein einkommensabhängiger Ökobonus würde die Belastungen der Teuerung bei Energie abfedern. Familienbeihilfe, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe sind seit 20 Jahren nicht der Inflation angepasst worden." In Oberösterreich, Niederösterreich oder Salzburg sei gerade beobachtbar, worin die neue Sozialhilfe "gänzlich versagt: nämlich Menschen, die ohnehin wenig haben, krisenfest abzusichern".

(fd/apa)

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