Keine Frauen am Gewehr

Tirol will Tradition bewahren

(21.01.2026) Bei den Tiroler Schützen dürfen nur Männer mit dem Gewehr marschieren. So wird es allem Anschein nach auch noch eine Weile bleiben. Seit Herbst 2025 lief im Bund der Tiroler Schützenkompanien ein Diskussionsprozess darüber, ob Frauen, anstatt nur als Marketenderinnen mitzumarschieren, auch ans Gewehr treten und eine Salve abgeben dürfen. Am Ende dieses Prozesses hieß es seitens des Bundes: „Zwischen Tradition und Zeitgeist bewegt sich der Bund in einem sensiblen Spannungsfeld. Ziel ist es nicht, Altes zu verwerfen, sondern gemeinsam zu entscheiden, wie Tradition weiterleben kann, ohne den Zusammenhalt zu gefährden.“ In einer geheimen Briefwahl, die vom 1. Dezember 2025 bis zum 15. Jänner 2026 innerhalb des Landesverbandes stattgefunden hat, wurde nun darüber abgestimmt, ob sich das ändern soll.

Eindeutiges Ergebnis

Die Auswertung der Abstimmung ist für die Frauen ernüchternd. Mit fast 87 Prozent stimmten die Mitglieder des Bundes der Tiroler Schützenkompanie gegen Frauen am Gewehr. Dieser Beschluss muss nun von allen Kompanien befolgt werden. Der Landeskommandant der Tiroler Schützen, Thomas Saurer, betont in einem Brief an die Mitglieder, dass jede Stimme Respekt verdiene, auch wenn sie eine andere Position vertritt. Es sei richtig gewesen, dass über das Thema diskutiert wurde, doch jetzt ist die Wahl entschieden.

Ebenfalls hielt Saurer fest, dass die Position der Frauen im Schützenverein eine tragende Säule sei, ob in der Jugendarbeit, der Organisation oder im sozialen Engagement. Die Gemeinschaft würde nicht von Gleichheit leben, sondern davon, dass sich Marketenderinnen und Schützen in ihren Aufgaben ergänzen. Vereinsrechtlich dürfen sie als vollwertige Mitglieder auch Funktionen bis hin zur Obfrau übernehmen.

(ts)

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