KI als mein Therapeut?

Experten raten davon ab

(28.10.2025) Dass die Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile Teil unseres Alltags geworden ist, ist längst keine Neuigkeit mehr. Wir nutzen sie bei der Arbeit, zum Lernen, um Tipps zu bekommen, kreative Ideen zu entwickeln und für vieles mehr. Kürzlich ist jedoch vor allem in den USA – nach einem Vorfall mit einem 16-Jährigen, der mithilfe einer KI Selbstmord begangen hat – die Frage aufgekommen, ob KI einen Psychotherapeuten ersetzen kann.

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben sich zu diesem Thema geäußert und selbst ausprobiert, ob Künstliche Intelligenz – zum Beispiel ChatGPT – ein Hilfsmittel bei psychologischen Problemen sein könnte. Nach einem Selbsttest einer Therapeutin ist sie zu dem Schluss gekommen, dass KI im Bereich der Therapie nicht geeignet ist. In der Psychotherapie braucht man eine menschliche Beziehung, eine echte Begegnung – und an diese kann die KI nicht heranreichen.

Zudem kann ChatGPT zwar die Nachrichten der Nutzerinnen und Nutzer sehr gut analysieren und interpretieren, ist aber (noch) nicht in der Lage, Emotionen, Mimik oder andere nonverbale Signale wahrzunehmen, zu analysieren und zu interpretieren – so wie es ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten können.

Zwar kann man argumentieren, dass ein KI-Therapeut deutlich günstiger ist, immer Zeit hat und man keinen Termin vereinbaren muss – einfach den Browser öffnen und los geht’s. Das sind natürlich Vorteile. Doch wenn es um psychologische Ratschläge geht, kann ein KI-Therapeut nicht viel bewirken. Er spiegelt häufig nur das Verhalten des Nutzers, bestätigt ihn und gibt keine eindeutigen Antworten oder konkreten Tipps.

Die Künstliche Intelligenz kann bei der Bekämpfung von Einsamkeit helfen. Dennoch sollte man sich nicht ausschließlich auf KI verlassen. Menschen brauchen den Kontakt zu anderen Menschen – und auch zur Welt. Diese Bedürfnisse können Bots wie ChatGPT nicht erfüllen.

(AVL)

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