Kirche zu wegen Einbrüchen
Diebstahlserie schockt Toskana
(08.01.2026) Wenn selbst Kirchen nicht mehr sicher sind, ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten: In Italien häufen sich die Kircheneinbrüche - dabei hat es den Dom von Carrara besonders hart getroffen. Nach fünf Einbrüchen in nur vier Monaten hat der Dompfarrer jetzt die Reißleine gezogen und die Kirche vorübergehend geschlossen.
Am Dreikönigstag schlugen die Täter erneut zu. Zwei Personen sind in den Dom eingedrungen, versuchten erst Möbel hinter dem Hochaltar aufzubrechen und nahmen sich dann das Herzstück der Kirche vor: den Tabernakel. Mit einem Schraubenzieher wurde die gepanzerte Tür aufgehebelt, zwei Hostienbehälter verschwanden.
"Das tut mehr weh, als jeder Schaden"
Dompfarrer Piero Albanesi zeigt sich tief betroffen. Zwar sei es nicht der erste Einbruch, aber der erste mit gestohlenen Hostien. Das wiegt schwerer als jeder materielle Verlust. Für die Kirchen und die Gläubigen ist das eine klare Grenzüberschreitung. Die gute Nachricht: Kameras haben die Tat aufgezeichnet, die Polizei arbeitet bereits an der Identifizierung der Täter.
Türen zu - aus gutem Grund
Trotz Alarmanlagen und Videoüberwachung bleibt der Dom vorerst geschlossen. Nicht aus Trotz, sondern aus Verantwortung. Der Pfarrer betont, man solle das geistige Erbe schützen und verhindern, dass sich Angst und Unsicherheit weiter ausbreiten - besonders unter älteren und sensibleren Menschen. Der Dom bleibt bis Samstag, 17 Uhr geschlossen, dann ist ein Buß- und Gebetsgottesdienst geplant. Ein Moment zum Innehalten und vielleicht auch ein starkes Zeichen für Zusammenhalt in einer Zeit, in der selbst heilige Orte nicht mehr sicher sind.
(IA/apa)