Kommt die Maskenpflicht?
Spitäler kämpfen mit Infektionen
(26.01.2026) Grippe, Corona und RSV sorgen mitten im Winter österreichweit für volle Spitäler. Während die Infektionszahlen hoch bleiben, ziehen erste Krankenhäuser bereits Konsequenzen. In Klagenfurt wurde die Maskenpflicht wieder eingeführt – ein Schritt, der auch in anderen Bundesländern für Diskussionen sorgt. Droht nun auch in anderen Bundesländern eine Rückkehr der Maske?
Klagenfurt führt Maskenpflicht wieder ein
Im Klinikum Klagenfurt gehört die Maske seit Kurzem wieder zum Pflichtprogramm. Der Grund: hohe Infektionszahlen und der Schutz besonders gefährdeter Patienten. Experten betonen gegenüber der „Krone“, dass Krankenhäuser besonders sensible Orte seien – hier treffe eine hohe Viruslast auf Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Die Maßnahme sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit und wirft die Frage auf, ob weitere Spitäler nachziehen könnten.
Hohe Belastung in ganz Österreich
Die aktuelle Krankheitswelle betrifft ganz Österreich. Laut Gesundheitsbehörden sorgen Influenza, Covid-19 und RSV für eine angespannte Lage in den Spitälern. Besonders in den Wintermonaten steigen die Fallzahlen traditionell stark an – heuer allerdings auf besonders hohem Niveau.
Auch in Wien sind die Auswirkungen deutlich spürbar. Lange Wartezeiten, volle Ambulanzen und eine hohe Auslastung der Betten prägen vielerorts den Alltag.
Wien: Keine generelle Maskenpflicht – noch nicht
Die „Krone“ hat beim Wiener Gesundheitsverbund (WiGeV) nachgefragt. Das Ergebnis:
Eine generelle Maskenpflicht, wie sie aktuell in Klagenfurt gilt, ist in Wien derzeit nicht geplant.
Der WiGeV meldet zwar weiterhin stark ausgelastete Betten, zuletzt aber einen leichten Rückgang bei Grippe- und Covid-19-Fällen. Besonders zwischen Mitte Dezember und Anfang Jänner habe die Grippewelle Wien stark getroffen, heißt es aus dem Spitalsverbund.
Wo in Wien Masken bereits Alltag sind
Ganz ohne Maske geht es dennoch nicht. Patienten mit Verdacht auf Grippe, Covid-19 oder RSV erhalten beim Betreten der Spitäler umgehend eine Maske und werden getestet. Zudem wird das Tragen besonders kranken, gebrechlichen und immungeschwächten Personen dringend empfohlen.
In sensiblen Bereichen – etwa auf Geburtenstationen oder Krebsabteilungen – werden Angehörige vor dem Betreten gebeten, eine Maske aufzusetzen. Viele Mitarbeiter tragen sie laut WiGeV freiwillig.
Entlastung ja – Entwarnung nein
Österreichweit zeigen die Zahlen zuletzt eine leichte Entspannung: In den Notaufnahmen kommen etwas weniger Patienten an, auch stationäre Aufnahmen gehen zurück. Dennoch warnen Experten vor verfrühter Entwarnung.
Um Engpässe zu vermeiden, setzt Wien weiterhin auf ein Intensivbetten-Tool, das in Echtzeit alle verfügbaren Intensivbetten anzeigt und diese laufend an die Berufsrettung meldet. So können Patienten gezielt verteilt und einzelne Standorte entlastet werden.
Kommt die Maskenpflicht auch anderswo?
Ob weitere Spitäler dem Beispiel Klagenfurt folgen, hängt laut Experten stark von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen ab. Klar ist: Sollte die Belastung erneut steigen, könnten auch in anderen Bundesländern strengere Maßnahmen wieder Thema werden.
Die Empfehlung an die Bevölkerung bleibt österreichweit gleich: impfen, Hände waschen, lüften, Abstand halten – und Maske tragen, wenn man krank ist. Gerade in Spitälern könne verantwortungsvolles Verhalten entscheidend sein, um eine Rückkehr flächendeckender Maskenpflichten zu verhindern, berichtet die „Krone“.
(fd)