Krank durch Botox?

Botulismus Welle in England

(25.06.2025) In England kommt es zu immer mehr Botulismus Erkrankten nach Behandlungen mit wahrscheinlich illegalem Botox. Es handelt sich hierbei um eine ernstzunehmende, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die durch bestimmte Nervengifte (Neurotoxine) verursacht wird. Gemeinsam haben alle betroffenen Personen, dass sie zuvor kosmetische Behandlungen mit Botox erhalten hatten. Von den 28 bekannten Fällen, hatten mehrere den kosmetischen Eingriff sogar an demselben Ort getätigt. Davon landeten mindestens fünf in der Notfallklinik, laut "BBC".

Knappheit an Gegengift

Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Nicht nur die Suche nach der Ursache stellt ein weiteres Problem dar, sondern auch die Seltenheit von Botulismus: Da diese Erkrankung nur sehr selten vorkommt, verfügen Krankenhäuser in der Regel nur über begrenzte Vorräte an Gegengift. Einer internen Mitteilung zufolge, die der BBC vorliegt, wurde aufgrund der "Welle an Fällen" bereits zusätzlicher Vorrat aus London angefordert, da es Durham und Darlington nicht mehr genug Gegengift zur Verfügung steht. Betroffene in Großbritannien zeigen laut UKHSA typische Symptome wie herabhängende Augenlider, Doppeltsehen, Schluckstörungen, Antriebslosigkeit, Gesichtslähmungen sowie eine verwaschene Aussprache. Weitere mögliche Anzeichen sind unter anderem eine Schwäche der Gesichtsmuskulatur.

Grund sei Botox

Der gemeinsame Nenner der Patienten ist, dass sie alle kurz davor mit Botox behandelt worden sind. Es ist noch unklar, ob es Probleme bei der Injektionen gegeben hat oder ob es auf eine Verunreinigung der verwendeten Produkte zurückzuführen ist. Es deutet vieles darauf hin, dass überdosierte oder möglicherweise nicht zugelassene Botox-Präparate verwendet wurden, was zu einer Schädigung der Nerven führte. Die betroffenen Anbieter wurden mittlerweile gestoppt und dürfen keine weiteren Behandlungen durchführen. Die UKHSA rechnet mit noch mehreren Fällen in der nächsten Zeit, da die Symptome bis zu 4 Wochen nach dem Eingriff und Kontakt mit dem Giftstoff, auftreten können. Gesundheitsbehörden empfehlen, ästhetische Behandlungen ausschließlich von fachlich qualifizierten Anbietern durchführen zu lassen. Treten anschließend Beschwerden oder ungewöhnliche Symptome auf, sollte unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden.

(VO)

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