Krieg: Gas-Importe gesichert

Expertin: Keine Probleme

(24.02.2022) Bundeskanzler Karl Nehammer hat heute unterstrichen, dass die Versorgung der Haushalte mit Gas bis in den April gesichert sei. Die EU und Österreich bräuchten generell russisches Gas, aber "ob das für die Zukunft so schlau ist, kann man jetzt tatsächlich hinterfragen". Auch die EU bemühe sich um Alternativen, und da könnte es für die Russische Föderation "ein Erwachen" geben.

Auch danach sollen Importe gesichert sein

Selbst wenn der Ukraine-Krieg zu einem Ausfall der russischen Gaslieferungen nach West- und Mitteleuropa führen sollte, wird es "keine Probleme geben für die Haushaltskunden" in Österreich, sagt die Leiterin der Gasabteilung der E-Control, Carola Millgramm. "Das ist schon absehbar", sagte Millgramm am Donnerstag zur APA. "Wir wissen in der E-Control, dass es eine angespannte Situation ist, aber wir sind darauf vorbereitet." Die Gaslieferungen seien auch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nicht eingeschränkt, sagte Millgramm. Wenn es zu Einschränkungen käme, müssten das die OMV und auch die Pipelinebetreiber dem Energieregulator sofort melden. Das wären die Verbund-Tochter Gas Connect Austria (GCA) und die Trans Austria Gasleitung (TAG), die Erdgas von Baumgarten nach Italien transportiert.

Nur 10% strömen durch Ukraine

Noch seien die Kämpfe in der Ukraine auf den Osten des Landes beschränkt und dort gebe es keine Transit-Pipelines, erklärte Millgramm. "Von den Gasexporten, die Gazprom nach Europa liefert, gehen eigentlich nur noch zehn Prozent der Mengen über die Ukraine", erklärte die Expertin. "Zwei Drittel der Mengen werden über die Nord Stream I geliefert, das ist inzwischen die Hauptroute." Für Österreich sei die Transitroute über die Ukraine immer noch wichtig, aber auch Österreich bekomme Gas teilweise schon über die Ostsee-Pipeline Nord Stream I. "Das läuft dann über Deutschland und Tschechien und geht dann auch nach Baumgarten. Wir sind nicht mehr so hundertprozentig abhängig von dieser Ukraine-Route wie es 2009 noch war." Wie viel Gas Österreich über die Ukraine bekomme, könne man nicht exakt sagen.

Was geschieht bei zerbombten Pipelines?

Eine Beschädigung von Pipelines in der Ukraine würde man bei uns erst mit einer gewissen Verzögerung bemerken, denn die Gasrohre seien ja auch ein großer Speicher, erklärte die Expertin. "Das ist ganz anders als beim Strom, beim Strom haben wir das Problem dann sofort, das muss alles in der Sekunde funktionieren."

Alternative Routen existieren

Es gebe aber auch andere Transportrouten für russisches Gas, erklärte die E-Control-Expertin, etwa die Jamal-Gasleitung durch Weißrussland und Polen, die aber in den letzten Monaten nicht genutzt worden sei. "Für die Situation, wenn nur die Leitung in der Ukraine beschädigt ist, die Gazprom Export aber liefern will nach Europa, könnte sie auch die Jamal-Pipeline benutzen, da gibt es freie Transportkapazitäten." Darüber hinaus gebe es auch die TurkStream im Südosten, die über Serbien nach Ungarn führe. "Die Verträge könnte Gazprom auch erfüllen, wenn die Ukraine-Route beschädigt ist."

Verdächtige Gazprom Taktik

Warum Gazprom im vergangenen Sommer weniger Gas auf den Großhandelsmärkten angeboten und auch die eigenen Speicher im Westen nicht gefüllt habe, wisse man nicht. So werde etwa der österreichische Speicher in Haidach zu zwei Dritteln von Gazprom Export genutzt, der sei aber im Sommer nicht gefüllt worden. "Sie haben alles dazu getan, dass der Preis auf einem stabilen hohen Niveau bleibt." Insgesamt wisse man sehr wenig darüber, was in Russland in der Öl- und Gasförderung passiere und ob z.B. die Pipelines modernisiert werden müssten - "wir haben viel zu wenig Daten darüber".

(fd/apa)

Reservierungspflicht im Zug?

ÖBB kämpft mit Überlastung

Chemikalien in Fußballstadion

Verteilt von Unbekannten

Ende der Maskenpflicht!

Im Handel und Öffis!

Aus für PCR-Tests

Ab Juni an Schulen

Zweijähriges Kind verletzt!

Autounfall in Schwarzach

kronehit-show von Dua Lipa

13.500 Fans in Stadthalle

Auto fliegt 30m durch die Luft

Horror-Crash in Tirol

Drei Monate Krieg!

"Kann noch Jahre dauern"