Schutzwände? Diskussionen nach Horror-Unfall

Hätte der Horror-Unfall am Linzer Bahnhof verhindert werden können? Ein Kinderwagen mit einem 18 Monate alten Mädchen ist ja gestern vom Bahnsteig auf die Gleise gerollt. Der Buggy ist von einem einfahrenden Güterzug erfasst worden, das Mädchen ist auf der Stelle tot gewesen. In einigen Großstädten, etwa in China oder in Japan, sind Schutzwände an Bahnsteigen aufgebaut, die genau solche schrecklichen Unfälle verhindern sollen. Die Schiebetüren der Schutzwände öffnen sich erst dann, wenn die Züge eingefahren sind.

Bringt aber eigentlich nicht viel, sagt Verkehrspsychologe Gregor Bartl:
“Es wird aus Kostengründen schon nicht realisierbar sein. Aber das Wesentliche ist, dass es das Risiko an sich nicht minimiert. Denn wir Menschen neigen dazu uns unachtsamer zu verhalten, wenn etwas technisch sicherer gemacht wird und das Risiko ist am Ende gleich hoch. In diesem Fall könnte man sich zwischen den Schutzwänden einklemmen und so weiter. Wir müssen einfach achtsamer sein. Bahnsteige sind lebensgefährlich. Wir müssen uns von den Gleisen fernhalten. Und vor allem einen Kinderwagen darf man am Bahnsteig niemals alleine stehen lassen, der muss immer festgehalten werden. Denn durch den Sog des einfahrenden Zuges kann ein Kinderwagen, aber auch ein Kind oder ein Erwachsener, auf die Gleise gezogen werden.“

8. April - Buggy von Zug erfasst

Horror-Unfall am Bahnhof Linz! Bei der Haltestelle Ebelsberg ist ein Kinderwagen auf die Gleise gerollt und von einem Güterzug erfasst worden. Das 18 Monate alte Mädchen im Buggy ist auf der Stelle tot gewesen. Die 33-jährige Mutter stellt den Kinderwagen am Bahnsteig ab und kauft sich nur ein paar Meter weit entfernt ein Ticket beim Fahrkartenschalter. Plötzlich fängt der Kinderwagen an zu rollen und stürzt auf die Gleise. Genau in diesem Moment fährt ein Güterzug ein. Der Lokführer kann nicht mehr bremsen. Das eineinhalb Jahre alte Kind ist auf der Stelle tot.

ÖBB-Sprecher Michael Braun:
“Es ist eine schreckliche Sache und wir sind wirklich zu tiefst bestürzt. Die Haltestelle ist derzeit natürlich gesperrt. Es ist die Polizei vor Ort und auch unsere Mitarbeiter sind vor Ort. Der Lokführer ist natürlich auch vom Dienst abgezogen worden, denn auch für ihn ist dieser Unfall eine schreckliche Sache.“

Die Polizei schließt eine Fremdeinwirkung zwar aus, trotzdem wird jetzt das Videomaterial aus der Überwachungskamera ausgewertet. Die 33-jährige Mutter steht unter Schock und wird von einem Kriseninterventionsteam betreut.

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