Lockdown nach Impfung?

Forscher: sinnvolle Maßnahme!

(07.09.2022) Klingt wirr, ist aber bei genauer Betrachtung und in der Theorie durchaus eine berechtigte Strategie. In einer Pandemie sollten kurz vor und nach Freigabe und Verfügbarkeit eines Impfstoffes Lockdownmaßnahmen eher verstärkt als gelockert werden. Das errechneten Forscher des internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (NÖ) anhand von Coviddaten. Dadurch ließe sich der Anteil an Infizierten möglichst gering halten, bis genügend Geimpfte die Gesamtentwicklung drücken, berichten sie im Fachjournal "Plos One".

Ihre Analysen führten die Wissenschafter der University of Padua (Italien) und vom IIASA durch, um aus den während der Covid-19-Pandemie gemachten Erfahrungen für mögliche zukünftige ähnliche Situationen zu lernen. Dazu nahmen sie Daten zu Lockdown- bzw. Eindämmungs-Maßnahmen und zum Ausrollen der ersten Corona-Impfkampagnen aus Deutschland, Israel und den USA zur Hand.

Ländervergleich

Obwohl die drei Länder die Mittel zum raschen Einkauf von Impfstoffen kurz nach deren Zulassung hatten, gingen sie recht unterschiedlich mit der Situation um. So lief die israelische Kampagne sehr schnell vom Stapel. Sie war von einer kurzen Verschärfung der Maßnahmen begleitet, die in weiterer Folge wieder gelockert wurden. Weitaus langsamer ging die Impfkampagne in Deutschland und den USA vonstatten, heißt es in einer IIASA-Aussendung.

Lockdown nach der Impfung

Den Berechnungen zufolge, ist es in einem "realistischen Szenario", in dem die gesamte Bevölkerung in rund zehn Monaten durchgeimpft würde, besser, wenn Eindämmungsmaßnahmen nach der Impfstoffzulassung sogar kurzzeitig verschärft werden. Wenn dann die Infiziertenzahlen tatsächlich zurückgehen, können auch die Einschränkungen wieder zurückgefahren werden. Dies stehe im Gegensatz zu anderen Analysen, die davon ausgingen, dass es gestaffelte Maßnahmenlockerungen schon ab Beginn von Impfkampagnen braucht, um wirtschaftliche und epidemiologische Ziele möglichst im Gleichschritt zu erreichen, schreiben die Forscher in ihrer Arbeit.

Verschärfungen bei Impfstart

Eine kurze Verschärfung rund um den Impfstart ermögliche es jedoch insgesamt, mehr Menschen direkt aus dem gegenüber dem Erreger komplett ungeschützten Status in Richtung Impfschutz zu bringen. Das vermindert wiederum die Anzahl an Infizierten ohne Impfschutz, und damit auch die Anzahl an Personen, die dem Erreger potenziell unvorbereitet begegnen. Das schütze Leben und Krankenhausressourcen am besten.

Lockerungen bei Impfstart - wenig sinnvoll

Ein Beginn der Impfkampagne mit gleichzeitigen, umfassenden Lockerungen mache wiederum nur dann Sinn, wenn die Bevölkerung innerhalb eines Monats durchgeimpft würde. Ein solches Szenario ist allerdings dementsprechend "unrealistisch", wie die Wissenschafter einräumen, die hoffen, dass ihre Erkenntnisse die Planung in zukünftigen Pandemien bzw. bei Auftreten neuer, gefährlicherer SARS-CoV-2-Varianten erleichtern.

(fd/apa)

Stopp für Lobau-Tunnel?

Gewessler für den Klimaschutz

Feuerwehr im Wiener AKH

Gasgeruch sorgt für Panik

Gas-Ausfall bei Schwechat

Auch ein Sabotage-Akt?

Hurrikan "Ian" bringt Chaos

Schäden noch nicht abschätzbar

FIFA 23: Ende einer Ära

Das allerletzte FIFA-Game

Frauen gefilmt und missbraucht!

OÖ: Vorwürfe gegen Ex-Politiker

Alko-Mutter mit Kids im Auto

Wels: Prallt gegen Mauer

Alternativer Nobelpreis

An Ukrainierin!