Mädchen (4) stirbt bei Zahn-OP

Narkose verunreinigt!

(20.08.2024) In einer Zahnarztpraxis in Kronberg ereignet sich eine Tragödie, die das Leben der vierjährigen Emilia aus Hessen für immer beendet. Was als routinemäßige Zahnoperation beginnt, endet mit dem Tod des kleinen Mädchens. Die Ursache: ein verunreinigtes Narkosemittel, das von einem 67-jährigen Anästhesisten verabreicht wird, der bereits wegen fahrlässiger Tötung vorbestraft ist.

Der Fall wird derzeit vor dem Landgericht Frankfurt am Main verhandelt. Der Anästhesist steht unter Anklage wegen schwerer Körperverletzung in vier Fällen und Körperverletzung mit Todesfolge. Laut Anklage ist die Flasche mit dem Narkosemittel, das Emilia injiziert wird, mit dem Sprossen-Pilz Candida und zwei weiteren Bakterienkulturen verunreinigt. Der Eingriff sollte notwendig sein, nachdem sich Emilia beim Spielen einen Zahn abgebrochen hatte.

Völlig falsch reagiert

Doch anstatt die Situation nach der Operation schnell zu erkennen und Hilfe zu rufen, reagiert der Anästhesist fatal: Als Emilia nach der Narkose erwacht, verschlechtert sich ihr Zustand rapide. Der Arzt injiziert eine weitere Dosis des Narkosemittels Propofol, anstatt den Notruf abzusetzen. Erst Stunden später, viel zu spät, werden die Rettungskräfte verständigt – sie können nur noch den Tod des Mädchens feststellen. Emilia erleidet einen septischen Schock, ihr Kreislauf versagt. Das Unglück ereignet sich am 29. September 2021.

Nennt sich tatsächlich "Anästhesist"?

Im Gerichtssaal zeigt sich der Angeklagte uneinsichtig und arrogant. Sein Anwalt verliest eine dürftige Entschuldigung: „Mir müssen unbewusst Fehler in der Hygiene unterlaufen sein.“ Doch die Vorwürfe gegen den Anästhesisten wiegen schwer: Aus Kostengründen soll er Einmalspritzen mehrfach verwendet und mehrere Medikamente mit derselben Spritze verabreicht haben. Um Personal zu sparen, lässt er Kinder während der Narkose allein, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führt.

Auch andere Kinder gefährdet

Besonders erschütternd: Am Tag von Emilias Tod führt der Arzt fünf Vollnarkosen durch – mit schwerwiegenden Folgen. Mehrere Kinder müssen anschließend intensivmedizinisch betreut und künstlich beatmet werden, einige von ihnen kämpfen ums Überleben. Trotz der Tragödie setzt der Anästhesist seine Arbeit fort. Nur wenige Stunden nach Emilias Tod verabreicht er in Hessen erneut einem Kind ein verunreinigtes Narkosemittel. Auch dieser Fünfjährige erkrankt schwer.

Mehrere Jahre Haft drohen

Dem Angeklagten drohen nun mehrere Jahre Haft. Der Prozess umfasst sieben Verhandlungstage, ein Urteil wird Ende September erwartet. Emilias Tod hinterlässt eine tiefe Wunde, die nicht nur ihre Familie, sondern auch die gesamte Gemeinschaft erschüttert.

(fd)

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