Mädchen (9) rettet Mama!
Wunder in Gmünd (Nö)!
(12.11.2025) In Eggern im Bezirk Gmünd hat eine Neunjährige ihre Mutter mit beeindruckender Ruhe und richtigem Handeln vor Schlimmerem bewahrt. Als die Frau zu Hause plötzlich zusammenbricht, reagiert Tochter Fiona instinktiv: Sie bringt ihre Mutter in die stabile Seitenlage und wählt sofort den Notruf 144. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte blieb das Mädchen bei ihrer Mutter und überwachte sie – so, wie sie es gelernt hatte. Wenig später traf das Team des Roten Kreuzes ein und übernahm die weitere Versorgung.
Profis beeindruckt von ruhigem Handeln
Die Rettungssanitäter Stefan Uitz und Anton Kanzian, die im September zur Familie gerufen wurden, zeigen sich tief beeindruckt von der Neunjährigen, wie orf.at und meinbezirk.at heute berichten. Sie seien zu einem medizinischen Notfall alarmiert worden – und hätten vor Ort ein Kind vorgefunden, das die wichtigsten Schritte bereits richtig gesetzt hatte: Bewusstsein prüfen, Notruf absetzen, stabile Seitenlage. Fiona hatte damit genau das umgesetzt, was in Erste-Hilfe-Kursen als lebensrettende Basis gilt: Atemwege freihalten, Betroffene nicht allein lassen und professionelle Hilfe holen.
Besuch vom Roten Kreuz – und Adventkalender als Dank
Jetzt klopften die Retter noch einmal an der Haustür der Familie – diesmal ohne Blaulicht. Gemeinsam mit Hans Ebner, Präsident des Roten Kreuzes Niederösterreich, und Bezirksstellen-Geschäftsführer Johannes Zeller kamen die beiden Sanitäter nach Eggern, um Fiona persönlich zu danken. Als Anerkennung gab es kleine Geschenke und einen Adventkalender – aber vor allem viele wertschätzende Worte für die junge Ersthelferin.
Die Eltern Marion und Jürgen sind rückblickend immer noch gezeichnet von dem Schreckmoment – aber vor allem dankbar und stolz. „Wir waren beide geschockt darüber, dass das überhaupt passieren konnte“, erzählen sie. „Aber wir sind unglaublich stolz auf unsere beiden Töchter. Fiona hat so toll reagiert und Vanessa ist ja schon lange beim Jugendrotkreuz und hat von dort auch viel Wissen mitgebracht“, sagten sie im Gespräch mit meinbezirk.at und noe.ORF.at. Schwester Vanessa (13) engagiert sich seit längerem beim Jugendrotkreuz. Vieles von dem, was dort in Gruppenstunden und Trainings immer wieder geübt wird, ist offenbar in der Familie angekommen – und im Ernstfall bei Fiona abrufbar gewesen.
Warum Fionas Reaktion so wichtig ist
Medizinerinnen und Rettungsorganisationen betonen seit Jahren: Wenn ein Mensch zusammenbricht, zählt jede Minute. Wer erkennt, dass die Person zwar bewusstlos, aber noch atmend ist, sollte sie in die stabile Seitenlage bringen. So werden die Atemwege freigehalten, Erbrochenes oder Blut können abfließen, und das Risiko zu ersticken sinkt massiv.
Gleichzeitig gilt: Viele Menschen zögern, aus Angst, etwas falsch zu machen. Umfragen zeigen, dass sich nur ein Teil der Bevölkerung zutraut, tatsächlich Erste Hilfe zu leisten – obwohl schon wenige Handgriffe entscheidend sein können.
Der Fall aus dem Waldviertel zeigt, dass Kinder nach entsprechender Vorbereitung sehr wohl in der Lage sind, im Notfall klar zu handeln. Das Jugendrotkreuz setzt mit seinen Angeboten genau dort an: Bereits Volksschulkinder lernen spielerisch, wie sie einen Notruf absetzen, eine Person ansprechen, Hilfe holen und die stabile Seitenlage durchführen.
Der Fall Fiona zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll Erste-Hilfe-Trainings auch schon für Kinder seien – zu früh könne man damit nicht beginnen, betont Ebner.
Die gute Nachricht am Schluss: Fionas Mutter hat sich nach ihrem Kollaps vollständig erholt. Für die Familie bleibt ein Schreckmoment – und eine neunjährige Tochter, die gezeigt hat, wie lebenswichtig Wissen über Erste Hilfe sein kann.
(fd)