Missbrauch durch Lehrer

In Wiener Mittelschule

(20.09.2022) Immer neue Details tauchen im Fall des übergriffigen Lehrers in einer Wiener Mittelschule auf. Der jahrelange Missbrauch durch einen Lehrer, der nach Auftauchen der Vorwürfe 2019 Suizid begangen hat, ist um einen weiteren Aspekt reicher: Wie der "Standard" heute berichtet, sollen nun Bilder und Aussagen aufgetaucht sein, wonach der sexuelle Missbrauch auch innerhalb des schulischen Bereichs, im Turnsaal und auf einer Sportwoche, stattgefunden haben soll. Bisher war dies von der Bildungsdirektion ausgeschlossen worden.

Mindestens 25 Opfer zwischen 9 und 14 Jahren

Der Pädagoge dürfte seit 2004 Missbrauchshandlungen an zumindest 25 Schülern im Alter zwischen neun und 14 Jahren begangen haben. Im Zuge der Ermittlungen waren in der Wohnung des Mannes zahlreiche Datenträger sichergestellt worden. Bei der Auswertung stießen die Ermittler auf umfangreiches kinderpornografisches Material, das er teilweise selbst hergestellt hatte. Er hatte Kinder abgebildet bzw. gefilmt, die er selbst unterrichtet hatte. Laut Kinder- und Jugendanwaltschaft (KJA) waren darunter unmündige Buben, die der Pädagoge 2004 unterrichtet hatte, womit ein möglicher Tatzeitraum von 15 Jahren im Raum steht.

Bildungsdirektor Heinrich Himmer

Bildungsdirektor Heinrich Himmer hatte im Mai betont, es stünde mittlerweile fest, dass es zu den Übergriffen und Missbrauchshandlungen ausschließlich außerhalb der Schule gekommen ist. Der Pädagoge hatte Schüler draußen getroffen oder mit nach Hause genommen, wo er ihnen teilweise K.o.-Tropfen verabreicht haben soll.

Missbrauch auch innerhalb der Schule

Dies stellt sich nun laut "Standard" anders dar: Einem ehemaligen Schüler waren 2019 Bilder gezeigt worden, auf denen er sich als Mittelschüler im Jahr 2004 erkennt. Die Fotos wären ohne sein Wissen bei einer Schulsportwoche aufgenommen worden - und zwar von seinem Ex-Sportlehrer. Dem "Standard" liegt zudem eine Zeugenaussage vor, wonach es im Schulturnsaal zu Tathandlungen gekommen sein soll. Der Pädagoge hatte 2009 eine Lesenacht mit Übernachtung organisiert. Ein Opfer sagte, dass es dabei zu Übergriffen gekommen sein soll.

KJA-Bericht mit Jahresende

Das Büro von Stadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) verwies auf Anfrage auf die Stellungnahme der Bildungsdirektion gegenüber dem "Standard", wonach der Kommission diese Zeugenaussagen nicht vorliegen würden. "Kinderschutz muss an erster Stelle stehen und alles auf dem Tisch liegen", bekräftigte ein Sprecher der APA. Man sei schon sehr gespannt auf den KJA-Bericht, der mit Jahresende vorliegen soll. Ein neues Kinderschutzgesetz soll noch heuer präsentiert werden.

Du hast Probleme? Melde Dich!

Bei sexuellen Übergriffen gibt es zahlreiche Stellen, bei denen Du Dich jederzeit melden kannst. Es gibt keinen Grund sich zu schämen, Du bist das Opfer und nicht der Täter! Melde dich gleich online unter https://www.die-moewe.at/kontakt oder auch bei der Kinder- und Jugendstaatsanwaltschaft Wien.

(fd/apa)

Kryptowährungen = Klimakiller

Schädlicher als Rindfleisch

Beschleunigter NATO-Beitritt?

Selenskyj stellt Antrag

Annexion besetzter Gebiete

International nicht anerkannt

Mikrokondom: Safety first

Kondom als Mikrofonschutz

Illegale Annexion "nie akzeptieren"

Ukraine: Van der Bellen

MFG verliert zentrale Figur

Austritt

Inflation steigt auf 10,5%

Rekordniveau seit 70 Jahren

Rad: Freie Fahrt bei Rot

Erste Kreuzung in Linz