München: Was war das Motiv?

(23.07.2016) ##UPDATE

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä hat zu Mittag in einer ersten großen Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Den intensiven Ermittlungen zufolge dürfte es sich um einen Einzeltäter handeln, der sich selbst getötet habe. Es gibt keine Hinweise auf Komplizen. Die zweite wichtige Kernbotschaft – die Tat und der Täter sollen absolut keinen Bezug zum Thema Flüchtlinge haben.

Der Täter soll 18 Jahre alt und in München geboren und aufgewachsen sein. Er war Schüler. Sein Zimmer wurde bereits gesucht, wo man keine Hinweise zum IS gefunden habe. Vielmehr wurden Bücher und Unterlagen zu diversen Amokläufen entdeckt, unter anderem auch ein Buch mit dem Titel "Amok im Kopf - Warum Schüler töten"! Der Täter soll nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch eine Erkrankung aus dem depressiven Formenkreis gehabt und sich in ärztlicher Behandlung befunden haben.

Der 18-Jährige habe eine illegale Pistole der Marke Glock mit Kaliber 9-Millimeter dabei. Die Seriennummer war ausgefräst. Woher der junge Mann die Waffe bekommen habe, sei noch nicht bekannt. Er habe mehr als 300 Schuss Munition bei sich gehabt, sagt LKA-Präsident Robert Heimberger.

Die Opfer des vermeintlichen Amoklaufs sollen fast alle Jugendliche gewesen sein. Acht Getötete waren zwischen 14 und 20 Jahre alt. Ein neuntes Opfer war 45 Jahre. Ob sich die Tat gezielt gegen Jugendliche gerichtet habe, könne derzeit weder bestätigen noch dementieren werden.

Der Täter hat möglicherweise auch einen Facebook-Account erstellt, um Menschen zum Tatort zu locken. "Kommt heute um 16 Uhr MEGGI am OEZ Ich spendiere euch was wenn ihr wollt aber nicht zu teuer", lautet einer der betreffenden Kommentare auf der Facebook-Seite eines Nutzers namens "Selina". Ob es sich dabei aber um den 18-jährigen Amokläufer handelt, müsse erst genau abgecheckt werden, sagt die Münchner Polizei.

Schreckliche Szenen am Freitagabend in München. Wie inzwischen bekannt ist, hat ein 18-jähriger Deutsch-Iraner gegen 18 Uhr in und um das Olympia-Einkaufszentrum insgesamt 9 Menschen getötet. Es bricht daraufhin Panik aus.

Zunächst ist unklar, ob es sich um einen islamistisch motivierten Terroranschlag handelt. Derartige Vermutungen haben sich aber nicht bestätigt. In einem Augenzeugenvideo unmittelbar vor den Schüssen betont er aber im Schrei-Streitgespräch mit einem Passanten: Ich bin Deutscher!

Für Verwirrung sorgt allerdings bei vielen Usern ein Video von CNN. Darin erzählt eine Augenzeugin, dass es sich beim Täter um einen Islamisten gehandelt haben soll. Aber: Kein einziger anderer Augenzeuge bestätigt das, im Gegenteil. Auch die Polizei sieht keine Hinweise auf ein islamistisches Motiv.

Ein Einzeltäter

Der Täter richtet sich schließlich am späten Abend in der Nähe des Einkaufszentrums selbst, er erschießt sich. Zuvor dürfte er Schusskontakt mit einer Zivilstreife gehabt haben, wie der Münchner Polizeipräsident schildert. Zwei weitere Personen, die zunächst für Täter gehalten wurden, konnte die Polizei überprüfen – sie haben nichts mit der Tat zu tun. Zudem haben offenbar einige Augenzeugen fälschlicherweise Polizisten in Zivil für weitere Täter gehalten.

Noch in der Nacht stürmen die Einheiten eine Wohnung, der Täter lebt dort mit seinen Eltern. Die Eltern werden sofort von der Polizei einvernommen.

Unmittelbar nach der Tat wurde die Polizei zu Sicherheitsmaßnahmen quasi lahmgelegt. Über 2.300 Einsatzkräfte wurden in Atem gehalten, die ganz München durchkämmt haben. Auch 42 Cobra-Beamte aus Österreich sind unmittelbar nach der Tat nach München geschickt worden. Öffis wurden eingestellt, der Hauptbahnhof gesperrt. Die Menschen sollten – vor allem während der polizeilichen Fahndung nach dem Täter – nicht auf die Straße gehen. Inzwischen ist der Nahverkehr wieder freigegeben.

Facebook hat gestern sofort den Safety Check aktiviert, und im Netz ist eine Welle der Solidarität ausgebrochen. Mit dem Hashtag #offenetür haben Münchner jenen Menschen für die Nacht Unterschlupf gewährt, die wegen des der Öffi-Sperre nicht weiterkommen konnten.

Die Polizei München hat im Netz übrigens einen bemerkenswerten Auftritt hingelegt. Mehrsprachig hat es auf Facebook und Twitter aktuelle Informationen gegeben. Und Aufforderungen, weder Videos und Bilder von Opfern, noch vom Tatort zu posten – um den Tätern (zu diesem Zeitpunkt war man von möglicherweise mehreren Tätern ausgegangen) nicht bei der Flucht zu helfen.

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