Neue Spur im Mordfall Fabian
Polizei durchsucht Bauernhof
(21.10.2025) Im grausamen Mordfall des achtjährigen Fabian aus Güstrow arbeitet die Polizei weiter mit Hochdruck. Am Montag wurde ein Bauernhof im Ort Reimershagen durchsucht – rund zwölf Kilometer vom Fundort der Kinderleiche entfernt. Beamte rückten mit mehreren Fahrzeugen an, suchten auf dem Gelände mit Mistgabeln nach Spuren, ein Minibagger stand bereit. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Aktion im direkten Zusammenhang mit dem Mordfall steht, nannte aber keine Details, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Fabian war am 10. Oktober 2025 verschwunden. Der Achtjährige fühlte sich an diesem Tag unwohl und blieb nach Absprache mit seiner Mutter zu Hause. Sie verabschiedete sich gegen 8.30 Uhr zur Arbeit, Fabian sollte drinnen bleiben. Als sie am Abend heimkehrte, war ihr Sohn spurlos verschwunden. Zunächst suchte die Polizei in der näheren Umgebung, Spürhunde nahmen eine Spur auf, die in einem Waldgebiet endete – in der Nähe des Wohnorts seines Vaters.
Am 15. Oktober wurde in einem Waldstück bei Klein Upahl eine Kinderleiche entdeckt – eine Spaziergängerin fand den toten Jungen. Es handelte sich um die Ex-Freundin des Vaters, eine 29-jährige Frau, die vier Jahre lang Teil der Familie war. Sie war mit einer Freundin und deren Hunden unterwegs. Eine DNA-Analyse bestätigte kurz darauf: Es war Fabian. Die Obduktion ergab, dass der Junge Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Die Ermittler befragten die Frau noch am selben Tag bis spät in die Nacht, sie gab Handy und Auto freiwillig ab und kooperierte umfassend. Laut Staatsanwaltschaft steht sie nicht unter Tatverdacht. Dennoch kursierten in sozialen Netzwerken Gerüchte, gegen die sowohl die Ermittler als auch die Frau selbst entschieden vorgingen.
Fabian war in Reimershagen kein Unbekannter. Laut Dorfbewohnern soll er dort öfter gespielt haben, weil sein Vater eine Beziehung zu einer Frau im Ort hatte. Die Polizei prüft derzeit, ob diese Verbindung eine Rolle für die Durchsuchung des Bauernhofs spielte.
Was sagt der Profiler?
Der renommierte Profiler Axel Petermann, der seine Einschätzung zuerst am 15. Oktober auf merkur.de veröffentlichte, äußerte zwei Theorien zur aktuellen Spur. Entweder sucht die Polizei nach Gegenständen, die Fabian bei sich hatte – etwa Kleidungsstücke oder persönliche Dinge, die noch fehlen – oder nach der Tatwaffe selbst. Möglich sei auch, dass der Täter Beweismittel auf dem Hof versteckt oder versucht habe, Spuren zu beseitigen.
Trotz tagelanger Suche mit Spürhunden, Tauchern und Metalldetektoren gibt es bislang keinen namentlich bekannten Tatverdächtigen. Polizei und Staatsanwaltschaft halten sich mit Details zur Tatwaffe, dem genauen Tathergang und möglichen Spuren zurück. Sie betonen, dass alle Ermittlungsansätze sorgfältig geprüft werden, um den Täter nicht zu warnen. Die Menschen in Güstrow sind tief betroffen. Kerzen und Blumen am Fundort erinnern an den kleinen Jungen. Viele hoffen, dass die Durchsuchung in Reimershagen der entscheidende Wendepunkt ist – und die Ermittler bald denjenigen finden, der Fabian das Leben genommen hat.
(fd)