Fall Daniza: Angst um Bärenbabys

(11.09.2014) Angst um die zwei Bärenbabys im italienischen Trentino! Nach dem dramatischen Tod von Braunbärin „Daniza“ (siehe unten) müssen ihre zwei Jungen jetzt ja alleine überleben. Eines der beiden konnte mit einem Sender markiert werden, vom anderen fehlt jede Spur. An sich haben Bären ab dem Alter von sechs Monaten durchaus eine Überlebenschance, auch ohne beschützende Mama. Problematisch werde es, laut Experten, wenn die jungen Bären nun gezielt durch den Winter gefüttert werden. Dadurch züchte man sich quasi neue Problembären heran, die ihre natürliche Scheu vor den Menschen verlieren.

WWF-Bärenanwalt Georg Rauer betont, dass es jetzt wichtig sei, dass:
“die Jungen ihren natürlichen Weg weitergehen und eben nicht immer wieder die Menschennähe wahrnehmen. Gerade in dieser jugendlichen Phase ist die Möglichkeit noch größer, dass dadurch wieder die Scheu gegenüber den Menschen sinkt und sie das in weiter Folge verstärkt in die Nähe von Menschen zieht.“

Fall Daniza wird zum Politikum

Gegen den italienischen Umweltminister und den Präsidenten der Provinz Trient wurde Anzeige erstattet. Der Minister sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Auch auf Facebook machen Tierfreunde mobil. Seit letzter Woche gibt es eine Gruppe mit dem Namen „Gerechtigkeit für Daniza“.

11. September

Empörung über den Tod von Braunbärin Daniza in Norditalien. Im August hat die Bärendame einen Schwammerlsucher verletzt, weil sie ihre Jungen beschützen wollte. Vergangene Nacht sollte Daniza eingefangen und in ein geschütztes Gelände gebracht werden. Leider endet die Aktion tödlich. Daniza stirbt wohl an einer Überdosis an Betäubungsmittel.

Kritik übt Bernhard Gutleb vom WWF:
“Dass eine Bärin, die bereits 18 Jahre alt ist, auf ein Narkosemittel schlechter anspricht als junge Bären ist natürlich klar. Die Schwachstelle des Braunbären ist sowieso das Herz, viele dieser Präparate haben immer ein Restrisiko. Da ist es sehr schwierig, die genaue Dosis zu erwischen. Jetzt wird man die Jungen weiter beobachten und das wird auch nicht klappen. Am Ende wird man die Jungen einfangen müssen.“

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