OMG: Erster Koala-Nachwuchs

in Schönbrunn

(14.09.2020) Good news aus dem Tiergarten Schönbrunn: Koala-Weibchen Bunji trägt ein Baby im Beutel. Sehen kannst du den Nachwuchs allerdings noch nicht. „Wenn man genauer hinsieht, erkennt man den ausgebuchteten Beutel. Wenn das Kleine wach ist, sieht man sogar, dass sich im Beutel etwas bewegt“, freut sich Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck und fügt hinzu: „Koalas werden nur selten in Zoos gehalten. Ein Zuchterfolg ist eine kleine Sensation.“

Das Jungtier wurde vermutlich am 21. April geboren und wächst seitdem im Beutel heran. Gesehen hat es bis jetzt noch niemand. Der Tiergarten hofft, dass alles gut geht. „In etwa einer Woche rechnen wir damit, dass es die Augen öffnet und erstmals aus dem Beutel blickt.“ Zur Wahrung des Mindestabstandes wurde vor dem Koalahaus ein Anstellsystem mit Blockabfertigung eingerichtet.

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Die Koalas leben seit 2002 im Tiergarten Schönbrunn. Mit Nachwuchs hat es bis jetzt noch nicht geklappt. Doch beim aktuellen Pärchen hat alles gepasst: Das Weibchen Bunji wurde 2017 im Zoo Lissabon geboren und kam über ein internationales Erhaltungszuchtprogramm im November 2018 in den Tiergarten. Für Bunji ist es der erste Nachwuchs. Somit ist sie noch unerfahren. Vater des Jungtieres ist der achtjährige Wirri Wirri, der 2014 aus dem Zoo Beauval kam. Wie in der Wildbahn leben die beiden außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger. Mitte März haben sie sich gepaart. Auch abseits des großen Beutels merkt man Bunji eine Veränderung an. Zoologin Eveline Dungl: „Normalerweise bekommt Bunji vier Portionen Eukalyptus am Tag, derzeit sind es fünf. Sie hat nämlich deutlich mehr Appetit.“

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Der Koala ist neben dem Känguru das bekannteste Tier Australiens. Aufgrund von Lebensraumverlust zählt er zu den gefährdeten Tierarten. Die verheerenden Buschbrände 2019/2020 haben große Flächen von Eukalyptuswäldern zerstört. Viele Tiere sind in den Flammen verendet. Koalas ernähren sich ausschließlich von Eukalyptus. Koala-Weibchen sind 35 Tage trächtig. Bei der Geburt ist das Jungtier nur so groß wie eine Bohne, nackt, blind und gehörlos. Dennoch krabbelt das Kleine mit seinen gut entwickelten Armen selbstständig vom Geburtskanal in den Beutel. Im Beutel angekommen, hängt es sich an eine der zwei Zitzen. Erst im Alter von sechs bis sieben Monaten verlässt das Jungtier erstmals den Beutel. Rund ein Jahr lang wird es gesäugt.

(mt)

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