Pfand auf Einwegflaschen kommt

Im Kampf gegen Plastikmüll

(07.09.2020) Im Kampf gegen den Plastikmüll will Umweltministerin Leonore Gewessler Pfand auf Einwegflaschen einführen. Die üblichen Einweg-Getränkeverpackungen aus dünnem Plastik sollen schrittweise Mehrwegverpackungen weichen. Dafür soll eine verbindliche Quote für Mehrweggetränkeverpackungen im Handel festgeschrieben werden. Schon 2023 sollen mindestens 25 Prozent Mehrweganteil, 2025 mindestens 40 Prozent und 2030 mindestens 55 Prozent Mehrweganteil fixiert werden. "Typischerweise" werde es sich dabei um Glasflaschen handeln.

In Zukunft soll in allen Geschäften Österreichs Mehrweg erhältlich sein. Außerdem soll beim Kauf von Einweggetränkeverpackungen – also Plastikflaschen und Dosen – ein Pfand eingehoben werden. Über dieses Vorhaben wird gerade mit Vertretern von Getränkeherstellern, Handel, Verwertungsunternehmen und Zivilgesellschaft im Klimaschutzministerium verhandelt.

Herstellerabgabe als weitere Maßnahme

Eine weitere Maßnahme gegen die Plastikflut soll eine Abgabe von Produzenten und Importeuren in Höhe von 80 Cent pro Kilogramm in Verkehr gebrachter Plastikverpackungen. Die Herstellerabgabe soll zugleich ökologisch gestaffelt werden. Je besser ein Material wiederverwertet werden kann, desto geringer die Abgabe.

Auslöser der Maßnahmen ist die von der EU ab 2021 angekündigte Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffverpackungen. Sie soll 80 Cent pro Kilogramm betragen. Diese Plastiksteuer wird Österreich ohne Gegenmaßnahmen 160 bis 180 Millionen Euro pro Jahr kosten und müsste nach aktuellem Stand vom Steuerzahler gezahlt werden.

Derzeit fallen in Österreich jährlich 900.000 Tonnen Plastikabfall an, bis 2021 dürften es eine Million Tonnen sein, schätzt das Umweltministerium. Ein Drittel davon machen Plastikverpackungen aus. Etwa 19 Prozent aller Getränke werden in Pfandflaschen abgefüllt. Noch im Jahr 1995 waren es – auch aufgrund einer gesetzlich verbindlichen Mehrwegquote – 80 Prozent. Bisher werden in Österreich nur 25 Prozent des Kunststoffabfalls recycelt, der Rest wird verbrannt.

(mh/apa)

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