Prinz Andrew kauft unschuld

12M £ für Missbrauchsopfer

(16.02.2022) Mit Geld kann man sich eben alles richten. Es ist ein hoher Preis, den der britische Prinz Andrew für seine Ruhe zahlt. Glaubt man gut vernetzen Blättern wie dem "Telegraph", sollen um die zwölf Millionen Pfund an jene Frau und ihre Organisationen fließen, die dem Royal vorwarf, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre gibt an, Opfer eines von dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aufgebauten Missbrauchsrings geworden und dabei auch an den Queen-Sohn vermittelt worden zu sein.

Selbst wenn es, wie einige andere Medien berichten, ein paar Millionen weniger sind: Der Prinz entgeht so einem Prozess und befreit sich mit Geld vorerst aus dem Missbrauchsskandal. Doch sein Image ist dahin. Ein guter Ruf lässt sich mit Geld nicht kaufen, wie sich auf den Titelseiten der britischen Zeitungen am Mittwoch eindrucksvoll ablesen lässt. Von "endgültiger Demütigung" ist in der "Daily Mail" die Rede, während die "Sun" auf ihrer Titelseite von "Schande" schreibt. Es dürfte noch etwas dauern, bis jene Ruhe einkehrt, für die Andrew sich auf den teuren Vergleich mit Giuffre eingelassen hat.

Die Anwältin Lisa Bloom, die acht Opfer des verurteilten und mittlerweile nicht mehr lebenden Sexualstraftäters Jeffrey Epstein vertritt, bezeichnete den Vergleich als "Sieg" und zollte der Klägerin, die ursprünglich ihren "Tag im Gericht" haben wollte, Respekt: "Sie hat geschafft, was niemand anderes geschafft hat: dass Prinz Andrew mit seinem Unsinn aufhört und sich auf die Seite von Missbrauchsopfern stellt", twitterte Bloom.

Reumütig

In dem Gerichtsdokument bedauert Andrew klar und deutlich seine unrühmliche Freundschaft zu Epstein. "Prinz Andrew bedauert seine Verbindung mit (Jeffrey) Epstein und lobt den Mut von Frau Giuffre und anderen Überlebenden, sich für sich selbst und andere einzusetzen", heißt es. Da Andrew diese Freundschaft lange Zeit verteidigt oder heruntergespielt hat, gilt auch dies als Zugeständnis an Giuffre. Diese könnte sich Rechtsexperten zufolge im Gegenzug zu Stillschweigen verpflichtet haben.

Alles wieder gut? Das bleibt abzuwarten

In New York dürfte nun - anders als noch vor kurzem erwartet - in der Causa Giuffre gegen den Herzog von York nicht mehr viel zu erwarten sein. Beide Seiten kündigten an, die Einstellung des Prozesses zu beantragen, was als reine Formsache gilt. Allerdings gilt noch immer nicht als ausgeschlossen, dass Andrew eines Tages als Zeuge der Verbrechen von Epstein und seiner mittlerweile ebenfalls verurteilten Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell befragt werden könnte. Die Anti-Monarchie-Organisation Republic forderte außerdem, die Londoner Polizei solle wegen des mutmaßlichen Missbrauchs in London vor rund 20 Jahren Ermittlungen aufnehmen. Vergleich oder nicht - das Thema wird Andrew weiterhin begleiten.

(fd/apa)

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