Rippenqualle frisst Nachwuchs

Fortpflanzung statt Wintervorrat

(07.05.2020) Eine dänische Studie hat jetzt ergeben: Die Rippenqualle (Mnemiopsis leidyi) legt ihren Wintervorrat auf eine ganz besondere Art und Weise an. Anstatt Ressourcen zu speichern, pflanzt sie sich vor Einbruch des Winters einfach vermehrt fort. Denn wenn sie in den kalten Monaten der Hunger plagt, frisst sie ihren Nachwuchs.

Der Nachwuchs stehe als schwimmende Nahrungsquelle länger im Jahr zur Verfügung als die natürliche Beute der Quallen, berichten die Wissenschaftler um Hauptautorin Jamileh Javidpour von der Süddänischen Universität im Fachmagazin „Communications Biology“. Dadurch können die erwachsenen Tiere auch Zeiten mit geringerem Nahrungsangebot überstehen und sich somit effizienter ausbreiten, unabhängig von den klimatischen Bedingungen.

Die für die Studie gesammelten Rippenquallen stammen von der norddeutschen Ostseeküste. Ursprünglich kommt diese Quallenart vor allem in den Ostküstengebieten von Nord- und Südamerika vor. Mittlerweile lebt die Rippenqualle aber auch in der Nordsee und im Mittelmeer. Für Umweltschützer keine gute Nachricht. Solche invasiven Tierarten können große Schäden in fremden Ökosystemen anrichten. Die dänischen Wissenschaftler hoffen, dass die Ergebnisse ihrer Studie dabei helfen, die Ausbreitung der Quallen einzudämmen.

(ap)

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