Schüler schreibt Test im Freien

Maskenbefreiung wird nicht anerkannt

(14.01.2022) In sozialen Medien im Internet sorgt seit Donnerstag ein Fall eines Voitsberger Schülers für Aufregung: Er hatte seinen Sachunterricht-Test bei minus ein Grad Celsius im Freien vor dem Klassenraum geschrieben. Die Teilnahme am Test war freiwillig, hieß es vonseiten der Bildungsdirektion Steiermark, die den Vorfall noch prüft. Der maskenbefreite Schüler wurde "wie ein Aussätziger" behandelt, kritisierte dagegen FPÖ-Bundesrat Markus Leinfellner in einer Aussendung.

Vonseiten der Eltern wurde für den Neunjährigen nach den Weihnachtsferien ein Maskenbefreiungsattest vorgelegt, der Schüler konnte dem Unterricht somit entschuldigt fernbleiben, wurde vonseiten der Bildungsdirektion festgehalten. Er sei von der Schule nicht aufgefordert oder verpflichtet worden, den Test zu schreiben, wurde von der Bildungsdirektion nach erster Rücksprache mit der Schulleitung auch klargestellt.

Kompromisslösung

Da die medizinische Grundlage des Maskenbefreiungsattests zum Zeitpunkt des Schultests von der Direktion noch geprüft und daher nicht akzeptiert worden war, kam es offenbar zu der Kompromisslösung: Der Schüler schrieb den etwa 15 Minuten dauernden Test vor dem Fenster sitzend auf einem Stuhl, parallel zu seinen Klassenkameraden. Der Bub, der den Test angeblich unbedingt absolvieren wollte, wurde am Testtag auch von einem Elternteil begleitet. Der Vater hatte der Prüfungssituation laut Bildungsdirektion zugestimmt. Die Alternative, nämlich das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Dauer der Leistungsüberprüfung im Klassenzimmer, wurde "von den Erziehungsberechtigten ausgeschlossen".

Wie aus einem Bericht der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) hervorgeht, soll es dem Vater zufolge für den Buben wichtig gewesen sein, den Test zu schreiben, bevor er die Schule verlässt. Ein Schulwechsel sei nämlich am Tag des Tests schon festgestanden. Der Vater meldete den Sohn von der Einrichtung ab, Hintergrund dürfte ein Wohnsitzwechsel sein.

Während die Bildungsdirektion die Gültigkeit des Attests prüft - es soll laut "Kleine Zeitung" von einem als impfskeptisch bekannten Arzt ausgestellt worden sein - teilen impfkritische Internetnutzer nun das Bild von dem am Fenster sitzenden Kind in den sozialen Netzwerken. Die FPÖ sprang schon am Donnerstag auf das Thema auf: Es könne nicht sein, dass ein Schüler trotz vorhandenen ärztlichen Attests wie ein Aussätziger behandelt wird, kritisierten die Freiheitlichen. Die Schulleitung müsse zur Rede gestellt und mit entsprechenden Konsequenzen bedacht werden, ein Übergehen zur Tagesordnung sei aus Sicht von Bundesrat Leinfellner "keinesfalls möglich".

Kein Einzelfall

Die Situation dürfte kein Einzelfall sein: Immer wieder müssen Lehrerinnen und Lehrer bei Maskenbefreiungen von Schülerinnen und Schülern Situationen lösen: "Es mehren sich Fälle, in denen Lehrer anfragen, wenn Eltern Corona-Maßnahmen ablehnen", hieß es seitens der Bildungsdirektion gegenüber der APA. Die Gründe für die Maskenpflichtbefreiung für den Buben sind übrigens nicht bekannt, diese würden laut dem Vater "der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen".

Posting geht viral

Der Beitrag mit dem Foto auf Facebook ist bis Freitagmittag schon mehr als 12.000 Mal geteilt worden, wobei da im Text davon die Rede ist, dass der Schüler den Test hätte schreiben müssen - und nicht, dass es sein eigener Wunsch war und die Eltern auch einverstanden waren. In den Kommentaren waren daher unterschiedliche Reaktionen zu finden: Die einen fühlten sich in ihrer impfkritischen Haltung bestätigt und fragten nicht nach Hintergründen. Andere wiesen darauf hin, dass der Test freiwillig war.

(apa/makl)

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